Der Friedhof Cimetiere de Montmartre in Paris von Gerhard-Stefan Neumann …


Montmartre 1„Der Teufel hole meinen Ruf!

Eine Arbeit brauche ich!

Ein Einkommen brauche ich!

Ich berste vor Neid, wenn ich eure schönen Frauen, eure edlen Automobile und eure teuren Landhäuser sehe …“

G. B. Shaw

„Der Arzt am Scheideweg“, 1

(Dr. Ridgeon)

E D I T O R I A L

Der Friedhof Cimetiere de Montmartre in Paris von Gerhard-Stefan Neumann …

Montmartre 12Der Friedhof „Cimetière de Montmartre“ in Paris zählt zu den schönsten und interessantesten Friedhöfen unserer Zeit. Nicht zuletzt auch deshalb, weil viele herausragende Persönlichkeiten der vergangenen Jahrhunderte hier ihre letzte Ruhestätte gefunden haben.

Friedhöfe sind nicht nur Orte des Abschiedes und der Trauer, sondern auch ganz wesentliche Stätten der Erinnerung und der Besinnung. Sie sind Zeitzeugen der Geschichte und rufen uns auf zur Versöhnung.

Die französische Hauptstadt Paris ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Stadt der Superlative. Vorsichtig geschätzt, besuchen zwischen fünfzehn und zwanzig Millionen Menschen jedes Jahr die Metropole an der Seine. Die Anziehungskraft dieser Kapitale von europäischem Rang ist gigantisch und für die meisten Besucher zählt nur die Tatsache:

Montmartre 123Wenigstens einmal im Leben in dieser Stadt gewesen zu sein. Diese Stadt ist eine einzige Herausforderung, viele Einheimische sprechen sogar von einer Provokation. Jeder sechste Franzose, egal ob männlichen oder weiblichen Geschlechts, lebt heute in Paris oder in seiner unmittelbaren Umgebung. Große Belange der europäischen Politik werden heute bereits in der französischen Hauptstadt entschieden.

In der Kunst, Kultur und Mode ist Paris ohnehin schon seit vielen Jahrzehnten der Nabel der Welt, und braucht keine Konkurrenz zu fürchten, allenfalls noch New York oder Tokio, vielleicht auch noch München, das in Kunst, Kultur und Lebensart sicherlich gut mithalten kann, aber die überlegene Eleganz und der Charme der französischen Hauptstadt sind einfach nicht zu übertreffen. Dennoch hat das Leben in dieser Stadt auch seinen Preis, der bei den Bewohnern seine Spuren hinterlässt. Sie sind nicht abweisend oder gar schroff, wie Ausländer oft vermuten, die sie nicht kennen, sie sind vielmehr selbstsicher und stolz darauf, in dieser einzigartigen, europäischen Kapitale zu leben. Und dies bis in den Tod, denn hier in der französischen Hauptstadt ist auf dem Friedhof Montmartre die letzte Ruhestätte für viele der herausragendsten Persönlichkeiten der vergangenen Jahrhunderte. Hier ruht neben anderen auch der große Sohn der Stadt Düsseldorf am Rhein, Heinrich Heine, zusammen mit seiner Frau.

Über diese ganz besondere, denkmalgeschützte Nekropole möchten wir heute berichten.

Montmartre 119Nürnberg. (gsn) – „Wenn du das Glück hättest, als junger Mensch in Paris zu leben, dann trägst du die Stadt für den Rest deines Lebens in dir, wohin du auch gehen magst, denn Paris ist ein Fest für das Leben.“ So brachte der große amerikanische Abenteurer, Haudegen, Soldat und Schriftsteller Ernest Hemingway seine überaus große Liebe und Zuneigung zur französischen Hauptstadt zu Papier.

Aber da, wo das Leben sprüht, ist der Tod nicht weit.

Nur an ganz wenigen Orten auf dieser Welt wird dem unbefangenen Besucher die Vergänglichkeit des Seins so überaus deutlich vor Augen geführt wie auf dem Hügel von Montmartre zu Füßen der Kathedrale Sacré-cœur. Die Pariser Frauen und Männer errichteten dieses monumentale Bauwerk des Glaubens als Zeichen der Sühne und als Symbol für die Erneuerung Frankreichs. Hintergrund waren die „dramatischen Geschehnisse“ um die Pariser Kommune und den verlorenen Krieg gegen Preußen in den Jahren 1870/71. Eingeweiht wurde das romano-byzantinische Kuppelwerk im Jahre 1919, der furchtbare erste Weltkrieg war gerade zu Ende gegangen. 237 Treppenstufen führen hinauf zur Kathedrale Sacré-coeur auf dem 130 m hohen Hügel von Montmartre. Und dieses Montmartre hat im wahrsten Sinne des Wortes zwei Seiten:

Das Vergnügungsviertel rund um den „Place Pigalle“ und „Butte Montmartre“ das alte Dorf auf dem Hügel mit dem Friedhof „Cimetière Montmartre“.

Montmartre 115„Sterbe ich in Paris so will ich auf dem Friedhof Montmartre begraben werden, auf keinem anderen …“, so verfügte es Heinrich Heine in seinem Testament und seine Witwe hat dem letzten Wunsch ihres Mannes entsprochen. Der weltberühmte deutsche Dichter ruht neben so herausragenden Persönlichkeiten wie Emile Zola, Hector Berlioz und Jean Giraudoux.

Obwohl der Tod stets gegenwärtig ist, ist diese Nekropole kein Ort des Entsetzens oder Schreckens, viel eher ein Ort der Erinnerung und des Gedenkens. Das Totenreich in Montmartre ist in seiner Ordnung streng gegliedert und ähnlich den Grundrissen einer altehrwürdigen Basilika in breiten Avenuen skizziert und in Divisionen unterteilt. Nur an den seitlichen Flügeln konnte die Kirchenschiff artige Struktur im Laufe der vergangenen Jahrhunderte nicht mehr ganz eingehalten werden.

Montmartre 111Viele Tote sind hier vereint, und je nach Namen und Rang ihrer gewesenen bürgerlichen Existenz sind ihre Gräber in Stein gehauene Monumente. Da liegen sie nun, die Kurtisane neben dem weltberühmten Dichter, dessen bedeutendstes literarisches Werk immer mit dieser hinreißend schönen und betörenden Frau in Verbindung gebracht wird, einer Frau, die zu ihren Lebzeiten so vielen Männern gehörte, aber immer nur einen Augenblick, und wenige Momente des Glücks. Hier ruhen die Generäle und Feldherren der französischen Fremdenlegion, die immer dann zum Einsatz kamen (und auch immer noch kommen), wenn die Herren Diplomaten aus dem Elysée mit ihrem Latein am sprichwörtlichen Ende sind. Und natürlich ruhen hier auch viele der bezaubernden weiblichen Geschöpfe die unter der Berufsbezeichnung „Tänzerin“ den einsamen Männern dieser Welt die Nächte und vielleicht auch etwas mehr verschönert haben.

Montmartre 107Der Cimetière Montmartre ist ein Abbild der vergangenen Jahrhunderte. Hier haben die großen Diplomaten Frankreichs, die Künstlerinnen und Künstler, die Politiker und hohen Regierungsbeamten und die herausragendsten Autoren, Journalisten und Literaten ihre letzte Ruhestätte gefunden. Gewidmet aber ist er Ihnen verehrte Leserin und geneigter Leser. Deshalb kommen Jahr für Jahr Tausende von Besuchern aus aller Welt, um wenigstens einmal im Leben den wirklich „Großen“ ihrer Zeit nahe gewesen zu sein – und wenn es „nur“ an ihrem Grabe ist. Eingerahmt von der Rue Caulaincourt, der Rue Joseph-de-Maistre, der Rue Etex, der Rue Ganneron und der Avenue Rachel ist der Friedhof Montmartre wirklich ein kleines aber keineswegs unscheinbares Totenreich. Leider ist es mit der sprichwörtlichen „Totenruhe“ auch nicht so weit her, denn eine mächtige Brücke aus Stahlbeton sorgt über den Köpfen der Toten mit entsprechendem Lärm für einen halbwegs reibungslosen Ablauf des Straßenverkehrs im einundzwanzigsten Jahrhundert. So haben die Toten ihren Platz „unter“ den Lebenden und der Cimetière de Montmartre konnte in seiner ganzen Pracht und Schönheit über die Jahrhunderte hinweg nahezu vollständig erhalten werden.

Montmartre 103Zugegebenermaßen ist es für die Anwohner oft nicht einfach neben diesem Friedhof zu wohnen, schon gar nicht, wenn Tag für Tag die Touristen aus aller Welt plappernd und staunend in Montmartre einfallen. Außerdem ist es durchaus nicht ungewöhnlich, dass Angestellte und Sekretärinnen aus den umliegenden Büros ihre wohlverdiente Mittagspause in den schattigen Alleen des Cimetière de Montmartre verbringen.

Ab Ende September gehört dann der Friedhof wieder den Bewohnern von Montmartre.

Dann kommt der Journalist mit seiner Lebensgefährtin aus Deutschland, um das Grab des französischen Teils seiner Familie zu besuchen. Die Tage werden kürzer, es regnet auch wieder etwas mehr und der typische Pariser Nebel lässt ihn fröstelnd den Mantelkragen hochschlagen. So richtig kalt wird es in Paris zwar eigentlich nie, die jährlichen Durchschnittstemperaturen sinken selten unter dreizehn Grad Celsius ab, aber dennoch werden die Schritte der beiden Besucher schneller. Vorbei ist es mit der sommerlichen Leichtigkeit, die so manchen ausgedehnten Spaziergang über den Friedhof ermöglichte.

Montmartre 99Besonders schmerzlich ist das Erinnern und Gedenken im Trauermonat November, vielleicht auch deshalb, weil im Gegensatz zu deutschen Friedhöfen die meisten französischen Gräber nicht geschmückt werden. Nur vereinzelte Grablichter deuten dann die deutsche Herkunft der Verstorbenen an.

Tief sitzen die Erinnerungen an eine glückliche Kindheit, die so jäh mit dem allzu frühen Tod der Mutter endete. Dabei spielen die „gewissen Vorkommnisse“ des furchtbaren zweiten Weltkrieges, welche die Familie auf Jahre hinweg entfremdete, entzweite, schon (fast) keine Rolle mehr. Diese schreckliche und verheerend dunkle Zeit ist auch im französischen Alltag längst Geschichte und auch (bewältigte?) Vergangenheit. Aufgewachsen im „deutschen Exil“ gingen für den jungen Heranwachsenden nahezu alle Bindungen zum französischen Teil der Familie mehr oder weniger verloren. Es war für ihn nicht immer einfach im zerstörten Nachkriegsdeutschland aufzuwachsen, schon gar nicht nach gelegentlichen Besuchen in der Heimat der Mutter; wohin gehört man schon als junger Mann zwischen der deutschen und der französischen Welt. Was bleibt ist die Erinnerung, natürlich nicht nur an die heißgeliebte Mutter und die verehrten Großeltern, sondern auch an herausragende Persönlichkeiten wie Konrad Adenauer und Charles de Gaulles. Gerade sie haben das Vergeben und das Verstehen über die Gräber der Toten hinweg erst ermöglicht.

Montmartre 95Die Schritte der beiden späten Besucher verhalten beim Grabmal von Heinrich Heine, dem großen und so übel verschmähten Sohn der Stadt Düsseldorf am Rhein, der hier zusammen mit seiner Frau zur letzten Ruhe gebettet wurde. Einige kleine Steinchen auf dem Sockel des Grabes weisen auf Besucher des mosaischen Glaubens hin. Aber jeder Besucher darf seine Anteilnahme auf diese Art bekunden. Am Sarkophag von Alexandre Dumas gleiten die Blicke hinüber zu „seiner“ bis heute unvergessenen „Kameliendame“, und dann ist es nicht mehr weit in die Division 22, „Chemin Massena“. Die Journalistin und Schriftstellerin „Duchesse d’Abrantes“, ein großes Vorbild des Besuchers aus Deutschland, hat hier ihre letzte Ruhestätte gefunden. Am Grab der Mutter und Großeltern finden sich fast unwillkürlich die Hände der Beiden und umschließen sich, ein alljährlich wiederkehrendes Ritual, ein Versprechen allemal.

Montmartre 91Und wie bereits zu Beginn, soll auch am Ende unseres Beitrages der große amerikanische Romancier Ernest Hemingway „das letzte Wort haben“. Er sagte einmal über die französische Hauptstadt, „Paris hat kein Ende und die Erinnerung eines jeden Menschen, der dort gelebt hat, ist von der jedes anderen verschieden.“

Dem ist nichts hinzuzufügen.

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E P I L O G

Paris ist die schönste Stadt der Welt, dieser Meinung sind nicht nur die Menschen die in der französischen Hauptstadt leben. Mit annähernd zwölf Millionen Einwohnern zählt der Großraum Paris zu den am dichtesten bevölkerten Ballungsgebieten in Europa. Zwischen fünfzehn und zwanzig Millionen Touristen aus aller Welt besuchen Jahr für Jahr die französische Hauptstadt, etwa die Hälfte davon sind Ausländer. Unter ihnen sind die Deutschen die am meisten vertretene Besuchergruppe. Seit Beginn der frühen siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts ist Paris auch „die“ Kongress- und Messestadt, zumindest in Europa.

Montmartre 87Woher kommt diese fast schon magische Anziehungskraft dieser Metropole? Einer Stadt, deren Schönheit die Menschen in ihren Bann zieht, aber auch vereinnahmt.

Paris ist die Kapitale des neunzehnten Jahrhunderts und dafür wurde sie auch gebaut. Heute sind die Bewohner von Paris ihrer Stadt im wahrsten Sinne des Wortes ausgeliefert; alleine die Fahrten vom und zum Arbeitsplatz können mehrere Stunden dauern (auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln) und die täglichen Besorgungen und Einkäufe arten oft genug in einen mittleren Abenteuerurlaub aus. Der Stress in dieser Stadt ist allgegenwärtig und er fordert seinen Tribut.

Und dennoch lieben die Pariser ihre Stadt und die Touristen aus aller Welt liegen dieser „göttlichen Metropole“ zu Füssen. Und das ist manchmal sogar wörtlich zu nehmen.

Montmartre 13Es ist das „Savoir-vivre“, dieses einmalige Lebensgefühl, das keiner anderen Metropole auf dieser Welt so anhaftet, wie der französischen Hauptstadt. Es ist die Mischung aus Erotik und Exotik, Kunst und Kultur, den kulinarischen Genüssen, der Freude am Leben und der Lust an der Liebe.

Gibt es überhaupt den typischen Pariser oder die typische Pariserin? Nein, mit Sicherheit nicht. Die Bewohner von Paris sind genauso herzerfrischend unterschiedlich wie die Bewohner jeder anderen Stadt auch. Einig sind sie sich nur in zwei Dingen und diese nehmen sie auch sehr genau, nämlich das Essen und die Liebe. Dafür nehmen sie sich jede Menge Zeit. Mit einem Vorurteil möchte der Autor dieses Beitrages auch ein für allemal aufräumen:

Paris ist nicht die Hauptstadt der Liebe, höchstens der käuflichen.

Montmartre 12Die Besucher, Geschäftsleute und Touristen kommen zu Wasser, mit dem Flugzeug, mit der Eisenbahn und einige ganz Verwegene sogar mit dem eigenen Automobil. Auf das letztgenannte Fortbewegungsmittel sollten Sie allerdings tunlichst verzichten, vor allem wenn Sie mit dem Pariser Straßenverkehr nicht vertraut sind. Wenn Sie partout nicht auf das eigene Kraftfahrzeug verzichten wollen oder können, dann empfehlen wir Ihnen dringendst, dieses an der Peripherie der französischen Hauptstadt zu parken und die guten zahlreichen und ausreichend vorhandenen öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen. Im Übrigen sind die Kosten für Hotels und Übernachtungen am Rande der französischen Metropole auch noch erschwinglicher. In jedem Falle aber ersparen Sie sich Zeit, Strafmandate und ähnliches Ungemach.

Den „Eiffelturm“, das „Pantheon“, den „Louvre“, „Notre Dame“ und den „Invalidendom“ „müssen“ Sie gesehen haben; die „Champs Elysee“, das „Marais“ und das Viertel „Saint Germain des Pres“ gehören zum „erweiterten Pflichtprogramm“.

Montmartre 9Wenn Sie dann noch Zeit und Muße haben und vielleicht auch schon etwas „mutiger“ und „sicherer“ geworden sind, dann verlassen Sie bitte die traditionellen Touristen-Pfade und begeben Sie sich in die Viertel, in denen noch „alteingesessene“ Pariser wohnen – wie zum Beispiel „La Butte Montmartre“.

In diesem Zusammenhang empfehlen wir Ihnen den Kauf (schon in Ihrem Reisebüro) der „Card Paris Visite“, die Ihnen unbegrenztes Fahren mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln in Paris ermöglicht. Diese Karte gibt es in drei verschiedenen Tarifzonen mit unterschiedlichen, zeitlicher Gültigkeit. Und auch hier noch ein kleiner Hinweis vorab:

Die Pariser Metro besitzt insgesamt sechzehn Linien, die Haltestellen liegen nicht mehr als fünfhundert Meter auseinander und sind nach Ereignissen aus der französischen Geschichte benannt. Allerdings haben die Strecken keine Ziffern, sondern zeigen ausschließlich die Zielrichtung an. Bei der Benutzung müssen Sie also unbedingt auf die Anfangs- und Endhalte und auf die Umsteigebahnhöfe achten.

Montmartre 8Das ist anfangs etwas befremdlich, aber jeder gewöhnt sich sehr schnell daran. Halten Sie die Tickets von Münzen und Schlüsseln „fern“, da diese dem Magnetstreifen in aller Regel nicht gut bekommen. Allerdings können Sie „entmagnetisierte“ Streifen am Schalter entgeltfrei umtauschen. Am besten ist, wenn Sie das Fahren mit der Pariser Metro schon zu Hause anhand eines Stadtplanes etwas „üben“. Dies gilt auch für Ihre französischen Sprachkenntnisse. Grundkurse gibt es an jeder Volkshochschule. Für den Anfang tut es auch ein preiswerter Kassetten-Kurs vom Lebensmittel-Discounter nebenan. Halten Sie sich unbedingt von Etablissements mit dem Schild „man spricht Deutsch“ fern – oder studieren Sie zumindest vor dem Betreten die Preistafel. Im Übrigen kommen Sie in Paris auch mit der Fremdsprache Englisch ganz gut über die Runden.

Montmartre 5Einige Pariser Bezirke (Arrondissements) konnten ihre Beschaulichkeit, Eigentümlichkeit und Originalität in unsere Zeit herüberretten. So finden Sie im „Quartier Latin“ noch immer die Aussteiger, die Intellektuellen und die manchmal ziemlich aufmüpfigen und von den Pariser Sicherheitsbehörden sogar gefürchteten Studenten. Im schon erwähnten „Dorf Montmartre“ sind es die Alteingesessenen, und auch vereinzelte Künstler besitzen dort noch das eine oder andere Atelier. Auch hier gilt wie bereits erwähnt, verlassen Sie die eingelaufenen Touristenpfade, gehen Sie frei nach „links“ und nach „rechts“ und Sie werden schnell erkennen, wie Sie ihr ureigenstes, ganz persönliches Paris entdecken und kennen lernen werden.

Über die „zwischenmenschlichen Beziehungen“ und die „Leichtigkeit des Seins“ möchten wir an dieser Stelle nicht weiter sprechen, es passt auch gar nicht zum Thema dieses Beitrages. Nur so viel, am „Place de Pigalle“ findet „Mann“ und vielleicht auch „Frau“ das passende erotische Abenteuer. Dringendst empfohlen sind bei Besuchen in diesem Milieu aber die „üblichen Vorsichtsmaßnahmen“.

Montmartre 4Denjenigen, die gut oder zumindest ein bisschen Französisch sprechen, wird sich die Welt der Pariser Theater in ungeahnter Weise öffnen; gerade im „Marais“ oder im „Montparnasse“ finden Sie die typischen und vielen Kleinkunstbühnen der französischen Hauptstadt.

Wie schon erwähnt, sind die Pariser keineswegs abweisend, schroff oder überheblich. Allerdings sind sie sehr stolz darauf, in einer der schönsten Städte der Welt zu leben. Wir wollen aber auch nicht verhehlen, dass Sie den Einheimischen nur dann näher kommen, wenn Sie bereit sind, sich auf sie einzulassen. Die Pariser Bürgerinnen und Bürger lieben ihre Stadt. Oft genug verzweifeln sie auch an ihr. Das Leben in und mit dieser Stadt ist alles andere als einfach, manchmal ist es eher hart. In jedem Falle prägt es aber auch die Menschen. Die Besucher und Touristen, die sich im klimatisierten Reisebus durch diese Metropole kutschieren lassen und nur aussteigen, wenn es ein berühmtes Baudenkmal zu bestaunen oder einen Hamburger mit Cola zu verzehren gibt, werden diese Stadt und ihre Bewohner nicht kennen lernen.

Montmartre 93Gehen Sie also zu Fuß und streifen Sie absolut zwanglos umher: Zwischen den kleinen Läden, den schmalbrüstigen Bistros, den eleganten Cafes im „Marais“ oder den verschwiegenen Weinbergen im „La Butte Montmartre“.

Der Pariser Stadtteil Montmartre hat zwei völlig verschiedene Seiten, auf der einen Seite „tobt“ das internationale Vergnügungsviertel rund um den „Place Pigalle“ und auf der anderen Seite können Sie noch immer das „Butte Montmartre“, das „alte Dorf auf dem Hügel“ bewundern und genießen. Schon vor gut einhundert Jahren zogen die Pariser auf den „sündigen“ Hügel zu den kleinen und verschwiegenen Weinlokalen an der Windmühle. Preiswerte Ateliers und „willige“ Malermodelle lockten die Boheme der französischen Metropole nach Montmartre und machten das „Dorf“ weltberühmt. Künstler wie Toulouse-Lautrec, Renoir und Utrillo haben diesen Stadtteil für alle Ewigkeit unsterblich gemacht.

Montmartre 89Voilà – entdecken Sie Ihr Paris.

Gerhard-Stefan Neumann

Journalist + Werbetexter (GdbR)

COPYRIGHT © 2017 GERHARD-STEFAN NEUMANN

Copyright und alle Rechte ausschließlich beim Autor. Nachdruck nur gegen Beleg und Honorar und „nur nach vorheriger Genehmigung“ gestattet.

Öffnungszeiten des Cimetière Montmartre (18. Arrondissement) 20, Avenue Rachel, 75018 Paris:

Tel. 01 53 42 36 30

Fax. 01 43 87 53 79

Montmartre 85In den Monaten 6. November bis 15. März:

Montag – Freitag: 8.00 Uhr – 17.30 Uhr

Samstag: 9.00 Uhr – 17.30 Uhr

Sonntag 9.00 Uhr – 17.30 Uhr

In den Monaten 16. März bis 5. November:

Montag – Freitag: 8.00 Uhr – 18.00 Uhr

Samstag: 8.30 Uhr – 18.00 Uhr

Sonntag: 9.00 Uhr – 18.00 Uhr

ANKUNFT IN PARIS

Flugzeug:

Montmartre 81Die meisten Charter- und Linienflüge landen auf dem Flughafen Roissy „Charles de Gaulles“ im Norden von Paris. Der Airport liegt etwa 25 Kilometer vom Stadtzentrum der französischen Hauptstadt entfernt. Dieser Flughafen verfügt über zwei große Terminals, die zudem sehr weit auseinanderliegen. Für den Rückflug wichtig: Merken Sie sich unbedingt den für Sie genannten Terminal und schauen Sie lieber einmal zu viel als zu wenig in Ihr Ticket, denn kein Pariser Taxifahrer wird Sie zwischen den Terminals herumkutschieren.

In das Stadtzentrum von Paris gelangen Sie mit den Zügen der „RER“, den Bussen der „Air-France“ und den Gratis Pendelbussen der verschiedenen Luftfahrtgesellschaften. Fragen Sie bitte Ihr Reisebüro. Die Züge kosten pro Fahrt und Person fünf Euro, die Endhaltestellen sind entweder der „Gare du Nord“ oder der „Gare de l’Est“. Von diesen beiden großen Bahnhöfen können Sie dann entweder mit den öffentlichen Bussen, der Metro oder den privaten Taxis weiterfahren. Benutzen Sie aber „nur“ die „öffentlichen und lizenzierten“ Taxis und nehmen Sie grundsätzlich nur auf der Rückbank Platz.

Bahn:

Montmartre 77Züge aus Süddeutschland kommen im Bahnhof „Gare de l’Est“ an; Züge aus dem Norden der Republik im Bahnhof „Gare d Nord“.

Auto:

Wenn die Anreise unbedingt mit dem eigenen Kraftfahrzeug erfolgen muss, dann suchen Sie sich ein Hotel an der Peripherie und benutzen dann die guten öffentlichen Verkehrsverbindungen. Buchen Sie aber „nur“ ein Hotel mit eigener Parkmöglichkeit.

Und noch ein wichtiger Hinweis:

Ältere Reisende, Behinderte oder Reisende mit viel Gepäck sollten „unbedingt“ bei Ankunft in Paris auf ein „Taxi“ zurückgreifen. Eine Taxifahrt vom Flughafen in Roissy zu Ihrem Hotel kostet im Durchschnitt 75 – 80 €, aber Sie ersparen sich gerade als „Paris-Neuling“ den Umsteigestress.

Rollstuhlfahrer „müssen“ sich in Ihrem Reisebüro erkundigen, ob ihr Hotel über die entsprechenden Einrichtungen verfügt. Übrigens: Nur die neuen Metro-Linien sind „halbwegs“ auf Rollstuhlfahrer eingerichtet. Fragen Sie Ihr Reisebüro!

SICHERHEIT:

Montmartre 73Die französische Hauptstadt ist nicht „sicherer“ oder „unsicherer“ als jede andere europäische Metropole auch. Richten Sie sich nach dem „gesunden Menschenverstand“. Die „goldene und Platin veredelte Armbanduhr“ gehört zu Hause in den Banksafe, Edelkarossen mit dem „Stern“ oder der „Niere“ sollten tunlichst auch zu Hause bleiben. Da die französischen Hoteliers nicht für Ihre Wertsachen haften ist die Miete eines Hotelsafes „unbedingt“ erforderlich.

Weitere Hinweise können und möchten wir Ihnen an dieser Stelle nicht geben. Fragen Sie Ihr Reisebüro, kontaktieren Sie die Niederlassungen der französischen Fremdenverkehrsämter, sehen Sie im Internet nach und studieren Sie die verschiedenen Reiseführer von „MERIAN“ oder „MARCO POLO“.

Montmartre 69ADRESSEN:

Französisches Fremdenverkehrsamt

Maison de La France

Westendstraße 47

D-60325 Frankfurt am Main

Tel.: 0190 – 57 00 25

Fax.: 0190 – 59 90 61

(*0,62 € /Min.)

Internet: www.franceguide.com

Email: franceinfo@mdlf.de

Bildunterschriften:

Montmartre 65Der Hügel von Montmartre ist 130 Meter hoch. Scheuen Sie nicht die 237 Stufen und gehen Sie hinauf zu einer der schönsten Kathedralen der europäischen Christenheit, Sacré-coeur. Von dort haben Sie einen herrlichen Blick über die französische Hauptstadt speziell auf das „alte Dorf Montmartre“. Mit dem Bau der Kathedrale wurde Ende des 19. Jahrhunderts begonnen und zwar als Sühne für den verloren gegangenen Krieg gegen Preußen 1870/71. Auch heute noch gibt es auf dem Montmartre viele versteckte Winkel, herrliche Stadtpalais und sogar kleine Weinberge.

Die Metrostation „Abbesses“ ist damals wie heute der „Eingang“ zu Montmartre und eine der wenigen noch erhaltenen, ursprünglichen Metro-Bauten.

Millionen von Touristen aus aller Welt besuchen Jahr für Jahr den grünen Hügel von Montmartre in Paris. Fliegende Händler (meistens Asylanten und Flüchtlinge aus Nordafrika) versuchen Postkarten und allerlei Kleinigkeiten an die Frau und auch an den Mann zu bringen. In der Regel geht von ihnen keinerlei Gefahr aus, aber auf Ihr Eigentum sollten Sie trotzdem immer gut aufpassen.

Montmartre 61Das Restaurant „Maison Catherine“ zählt zu den ältesten Gasthäusern in Paris und ist heute ein großer Publikumsmagnet. Einmal kurz hineinschauen sollten Sie schon – wenn Sie überhaupt einen Platz bekommen – aber „Mehr“ muss eigentlich nicht sein. Einheimische meiden den „Place du Tertre“, er ist schon lange nicht mehr, was er „früher“ einmal war.

Die Künstler kommen heute vielfach aus Osteuropa und sind manchmal sehr aggressiv. Wenn Sie sich porträtieren lassen wollen, dann bitte nur von einem „einheimischen Zeichner“ und der wird Ihnen auch gerne seine Lizenz zeigen. Aber auch hier: Vorsicht vor Taschendieben! Verwahren Sie Ihre persönlichen Wertgegenstände gut.

Montmartre 57Die Kirche „L’EGLISE SAINT-PIERRE“ sollten Sie unbedingt besuchen. Sie ist die älteste Kirche in Paris und steht auf den Fundamenten einer Abtei, die im Jahre 1133 von „Ludwig dem Dicken“ und seiner Frau „Adelaide“ gegründet wurde. Achten Sie bitte „vorher“ auf Ihre Bekleidung, „Shorts“ und „transparente Blusen“ sind nun wirklich nicht das ideale Outfit für den Besuch eines Gotteshauses.

Der Friedhof von Montmartre in Paris zählt mit Sicherheit zu den schönsten und interessantesten Friedhöfen in Frankreich und Europa, denn hier sind viele herausragende Persönlichkeiten der letzten Jahrhunderte zur letzten Ruhe gebettet worden. Friedhöfe sind aber nicht nur Orte des Abschiedes und der Trauer, sondern auch ganz wesentliche Orte der Besinnung und der Erinnerung. Sie sind Zeitzeugen der Geschichte. Egal, was sich Deutsche und Franzosen im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert gegenseitig an furchtbaren Verbrechen angetan haben, auf dem Friedhof von Montmartre hat die Versöhnung schon längst stattgefunden. Die Franzosen, die Deutschen, die Europäer sie alle zieht es auf diesen „grünen Hügel des Todes“ mitten in Montmartre in Paris.


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Stadt Nürnberg: Der Wöhrder See – ein Zwischenruf von Gerhard-Stefan Neumann …


Wasserwelt Woehrder See Vol. 176„Der Teufel hole meinen Ruf!

Eine Arbeit brauche ich!

Ein Einkommen brauche ich!

Ich berste vor Neid, wenn ich eure Automobile und eure Landhäuser sehe.“

G. B. Shaw

„Der Arzt am Scheideweg“, 1

(Dr. Ridgeon)

Wasserwelt Woehrder See Vol. 178Stadt Nürnberg: Der Wöhrder See – ein Zwischenruf von Gerhard-Stefan Neumann …

Ein Besuch in der fränkischen Noris lohnt eigentlich immer und dies nicht nur zur Weihnachtszeit. Sicher, Christkindlesmarkt, echte Nermbärcher Bratwerscht, Glühwein und Weißbier locken die Touristen aus aller Herren Länder Jahr für Jahr in die „fränkische Hauptstadt“ im Norden des weißblauen Freistaates.

Doch Nürnberg hat noch viel mehr zu bieten:

Wasserwelt Woehrder See Vol. 150In Sachen Freizeit und Erholung haben die Franken in den letzten fünf Jahrzehnten Maßstäbe gesetzt. Ein Beispiel dafür ist der „Wöhrder See“ in Nürnberg. Geplant als Hochwasser-Schutzspeicher für die beiden Flüsse „Fränkische Rezat“ und „Schwarzach“, hat er sich in den letzten drei Jahrzehnten nicht nur zu einem Naherholungsgebiet für die Nürnberger Bevölkerung sondern auch zu einem anerkannten Schutzgebiet für seltene Vogelarten entwickelt.

Der „Wöhrder See“ und die angrenzende „Wöhrder Wiese“ sind heute unverzichtbare Bestandteile des kulturellen Lebens in der Frankenmetropole:

Wasserwelt Woehrder See Vol. 142Zahlreiche Open-Air-Veranstaltungen und Sommerfeste bieten fast für (fast) jeden Geschmack die richtige Freizeitunterhaltung. „Mitmachen“ ist von Seiten der Veranstalter durchaus erwünscht – Rücksichtnahme auf die berechtigen Interessen der Anwohner wird allerdings vorausgesetzt. Doch dies scheint für „unsere lieben deutsche Landsleute“ ein gänzlich unbekanntes Fremdwort zu sein. Die bundesdeutsche „Spaß-Gesellschaft“ hat zwar erhebliche Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache, aber auf ihr lautstarkes Vergnügen wollen die Kids dieser Tage nun partout nicht verzichten.

Wasserwelt Woehrder See Vol. 140Hochwasserkatastrophen suchen nicht nur die Menschen an den Küsten oder großen Flüssen heim, auch im vermeintlich sicheren „Hinterland“ können vergleichsweise „kleine“ fließende Gewässer wie die Pegnitz oder die Fränkische Rezat immensen Schaden anrichten. Den schon etwas älteren Bürgerinnen und Bürgern in der Frankenmetropole Nürnberg sind die schlimmen Überschwemmungen ihrer geliebten Altstadt in der Zeit vor den zwei Weltkriegen noch immer in lebhafter Erinnerung. In den frühen fünfziger Jahren machten Stadt, der Bezirk Mittelfranken und das Wasserwirtschaftsamt „Nägel mit Köpfen“ und stampften aus den östlichen Pegnitzauen am Rande der Altstadt den heutigen Wöhrder See aus dem sumpfigen Boden.

E D I T O R I A L

Wasserwelt Woehrder See Vol. 138Nürnberg. (gsn) – Noch sind uns die schrecklichen und entsetzlichen Bilder der jüngsten Hochwasserkatastrophe an der Oder, in Polen und Tschechien in bedrückender Erinnerung. Für die betroffenen Menschen allerdings werden die schrecklichen Ereignisse des Sommers 2002 immer wie ein Damoklesschwert über ihnen hängen. Spätestens in einigen Wochen, wenn die gefürchteten Herbst- und Winterstürme über das geschundene Land im Osten unserer Heimat ziehen, werden sie sich fragen:

„Halten die Dämme?“ und „Wie schlimm wird es dieses Mal werden?“

Wasserwelt Woehrder See Vol. 78Noch sind die Soldaten der Bundeswehr vor Ort, ebenso die Helfer des Technischen Hilfswerks, tatkräftig unterstützt von zahlreichen Arbeitslosen aus der Region. Zigtausende Menschen ohne Arbeit aus der ganzen Bundesrepublik wollten mitmachen und helfen, die wenigsten konnten genommen werden. Da sage noch einer, deutsche Arbeitslose wären bequem, unflexibel, gar faul und wollten überhaupt nicht arbeiten.

Wasserwelt Woehrder See Vol. 98In diesen dramatischen Wochen bewies die bundesdeutsche Politik Handlungsfähigkeit und dies über alle Parteigrenzen hinweg, obwohl Parlament und Regierung im verdienten Sommerurlaub waren, wie übrigens die meisten anderen Bürger auch. Trotzdem kamen die notwendigen Entscheidungen überraschend schnell und waren zudem außerordentlich präzise. Vielleicht klappte das Zusammenspiel von „oben“ nach „unten“ deshalb so gut, weil sich die ministerielle Kompetenz der daheimgebliebenen „Stall Wachen“ ohne Druck der „Chefs“ voll entfalten konnte.



Erfreulicherweise verzichtete zudem die „Polit-Prominenz aus der Berliner ersten Reihe“ auf öffentlichkeitswirksame Auftritte und überließ gänzlich ungewohnt den Fachleuten das Feld, jedenfalls so lange, bis das Schlimmste überstanden war.

Wasserwelt Woehrder See Vol. 96Vielleicht war gerade wegen des schnellen Handelns die Welle der nationalen Solidarität so exorbitant hoch. Jedenfalls bewiesen unsere Landsleute einer erstaunten europäischen Öffentlichkeit, dass sie offenbar doch besser als ihr Ruf sind, denn auch den polnischen und tschechischen Nachbarn wurde im Rahmen einer noch nie dagewesenen Solidarität rasch und unbürokratisch geholfen.

Der altgriechische Philosph Thales wußte schon, wovon er sprach, als er meinte: „Das Prinzip aller Dinge ist das Wasser; aus Wasser ist alles, und ins Wasser kehrt alles zurück“.

Wasserwelt Woehrder See Vol. 84Vor Hochwasserkatastrophen ist kein Land auf dieser Welt geschützt, oft genug fordern die Menschen zudem ihr Schicksal durch zügellose Abholzung der Wälder oder unverantwortliche Begradigung ihrer Flüsse noch heraus. Wasser kennt leider keine Grenzen und macht auch vor Barrieren nicht halt.

Diese schmerzliche Erfahrung mussten nicht nur die Bürgerinnen und Bürger der Hansestadt Hamburg anlässlich der großen Sturmflut im Jahre 1962 machen, sondern vor einigen Jahren auch die Erbauer des sogenannten „Schürmann-Baues“ in Bonn, der neuen Sendeanstalt der Deutschen Welle. Bis heute sind die versicherungsrechtlichen Fragen nicht geklärt, ebenso nicht, ob der Sender jemals sein neues Domizil beziehen kann.

Wasserwelt Woehrder See Vol. 62Auch im vermeintlich „Hochwasser-sicheren“ Hinterland sind die Menschen vor der zerstörerischen Kraft der ungezügelten Fluten keineswegs sicher.

In der Frankenmetropole Nürnberg kam es in diesem Jahrhundert immer wieder zu verheerenden Hochwasserkatastrophen, welche die historische Altstadt im wahrsten Sinne des Wortes unter Wasser setzten. Besonders schlimm traf es die Franken im Jahre 19O9, als für die historische Altstadt ernsthafte Gefahr bestand. Dabei waren es gerade die vergleichsweise „harmlosen“ Flüsse mittlerer Größe wie die Pegnitz, die Fränkische Rezat und die Schwarzach die den Nürnbergern so schlimme Ungemach bereiteten.



Wasserwelt Woehrder See Vol. 66Zahlreiche Wehre zwischen Wöhrd und Mögeldorf sicherten bis in die vierziger Jahre hinein die Nürnberger und ihre Altstadt vor Überschwemmungen, noch intakte Flussarme sorgten zudem für eine gute Verteilung der Wassermassen. Der verheerende zweite Weltkrieg legte nicht nur die wunderschöne mittelalterliche deutsche Reichsstadt in Schutt und Asche, sondern auch die eben schon erwähnten Wehre, von da an war dem Hochwasser wieder Tür und Tor geöffnet.

Wasserwelt Woehrder See Vol. 48Im Zuge des Wiederaufbaus Nürnbergs beschloss anfangs der fünfziger Jahre der Rat der Stadt der gefürchteten Pegnitz ein neues Flussbett zu geben, finanziert wurde diese erste Hochwasser-Schutzmaßnahme vom Bezirk Mittelfranken. Neun Jahre später, im Oktober 1959, beschloss die Nürnberger Ratsversammlung im östlichen Pegnitztal einen künstlichen See anzulegen, der einerseits die im Kriege zerstörten Wehre ersetzen und andererseits den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt ein einmaliges Erholungsgebiet ermöglichen sollte. Mit diesem Konzept sollte eine frühe Vision des ehemaligen Stadtrates und späteren Stadtbaurates Heinz Schmeissner in Erfüllung gehen, der schon im Jahre 1938 eine Zeichnung über den neuen geplanten Wöhrder See anfertigte.



Kaiserburg Nürnberg Vol. 206Weitere zehn Jahre später, am 22. Januar 1968 war es dann endlich soweit, zwischen dem Bezirk Mittelfranken und der Stadt Nürnberg kam es zu einer vertraglichen Regelung über den Ausbau der Pegnitz im Stadtgebiet von Nürnberg, der Wöhrder See konnte endlich gebaut werden.

Die Bauarbeiten dauerten von 1968 bis 1981, die Gesamtfläche des Sees beträgt 517.000 Quadratmeter, das Altwasserbiotop beläuft sich auf 30.000 Quadratmeter. Die mittlere Seetiefe beträgt 1,90 Meter, insgesamt mussten rund 700.000 Kubikmeter Erde bewegt werden. Die Gesamtkosten der Bauarbeiten beliefen sich für damalige Verhältnisse auf die astronomische Summe von 12 Millionen Mark. Davon haben der Bezirk Mittelfranken 3,5 Millionen Mark, die Stadt Nürnberg 5,1 Millionen Mark und der Freistaat Bayern 3,4 Millionen Mark übernommen. Das Anlegen der Grünflächen dauerte fast siebzehn Jahre und wurde im Jahre 1987 abgeschlossen, an Kosten wurden hierfür zusätzlich über elf Millionen Mark aufgewendet. Aus dem Programm „Freizeit und Erholung“ bewilligte der Freistaat Bayern für die Begrünung des Sees Zuschüsse von fast zwei Millionen Mark.

Kaiserburg Nürnberg Vol. 204Die Stadt Nürnberg und der Bezirk Mittelfranken arbeiteten erfreulicherweise Hand in Hand, anders wäre diese Jahrhundertaufgabe wohl auch nicht zu bewältigen gewesen.

In den Jahren 1968 – 1972 schaufelten die Bagger das Bett für den Unteren Wöhrder See frei, der Wöhrder Talübergang mit einem beweglichen Wehr wurde neu gebaut und bildet nun wie schon damals die Grenze zur Wöhrder Wiese. Und auch dies soll erwähnt werden, dass sich diese gerade bei kleinen Sportvereinen mit schmalem Budget einer wachsenden Beliebtheit erfreut und somit aus dem Sportgeschehen der Stadt nicht mehr wegzudenken ist.

Wöhrder See Nürnberg Vol. 214Drei Jahre später, am neuen Sandfang im Oberen Wöhrder See, also in der Zeit von 1972 – 1975 wurde die Ludwig-Erhard-Brücke gebaut. Der Sandfang war deshalb so notwendig, weil die Pegnitz gewaltige Mengen an Sand- und Schlammmassen in den See ein spült.

Neue ökologische Erkenntnisse und der aufkommende Umweltschutzgedanke ließen die verantwortlichen Planer glücklicherweise Anfang der achtziger Jahre zu ganz neuen Erkenntnissen kommen. Die Altarme der Pegnitz blieben vollständig unberührt, ebenso die vorhandene Flora und Fauna. Ein ausgewiesenes und streng geschütztes Altwasserbiotop bietet selten gewordenen Exemplaren aus der Tier- und Pflanzenwelt nicht nur entsprechende Rückzugsräume, sondern vollkommen neue und artgerechte Lebensräume.



Wasserwelt Woehrder See Vol. 4Wo viel Licht ist, findet sich bekanntlich auch (viel) Schatten, dies ist gut so und das soll auch nicht in Abrede gestellt werden. Die mächtigen und höchst unansehnlichen Wohntürme der „Norikus Eigentumswohnanlage“ allerdings hätten nach heutigem Erkenntnisstand und in diesem Jahrhundert wohl keine Chance mehr auf eine Baugenehmigung. Die Anlage verliert von Jahr zu Jahr an Attraktivität und wird einem amerikanischen Slum immer ähnlicher. Inzwischen ist der Ruf der Anlage so ramponiert, dass gerade schon die „berühmt-berüchtigten“ Ein-Zimmer-Appartements zum absoluten „Schnäppchen-Preis“ regelrecht verschleudert werden. Hauptsache, die Alt-Eigentümer werden das „Übel“ los. Für eine ziemlich „zügige Neubelegung“ sorgt schon das Sozialamt der Stadt Nürnberg, selbstredend auf Kosten der „noch“ steuerzahlenden Bürgerinnen und Bürger.

Wasserwelt Woehrder See Vol. 6Zugegebenermaßen muss aber das „Recht auf Irrtum“ auch für Stadtplaner gelten, schließlich ist keine Generation frei von gewissen Moden, und seien sie auch noch so hässlich.

Auch zehren die vielen „lautstarken“ sommerlichen Freiluft-Veranstaltungen rund um den Wöhrder See an den Nerven der Lärm-gepeinigten Anwohner.



Oder würden Sie es, geneigter Leser und verehrte Leserin besonders lustig finden, wenn am geheiligten Sonntag mitten im Hochsommer und dies zur allerbesten Frühstückszeit ein paar hundert sturzbetrunkene deutsche Zeitgenossen anlässlich des „Wöhrder See-Festes“ die heimliche deutsche Nationalhymne „La Paloma“ über den See gröhlen?

Es ist der schiere Wahnsinn und kaum zu fassen:

Wasserwelt Woehrder See Vol. 7Die „total verblödeten Ballermänner“ sind inzwischen auch in der Frankenmetropole Nürnberg angekommen. Was für ein erbärmlicher Abstieg! Aus der Metropole des deutschen Mittelalters ist eine verkommene Absteige für Suffköpfe geworden!

Und damit das „Ganze“ noch einen halbwegs intellektuellen Anstrich bekommt, die inzwischen sattsam bekannte und vielfach bestätigte PISA-Studie lässt schön grüßen, feiern dann die beiden großen christlichen Kirchen mit diesen „alkoholisierten Bekloppten“ anschließend noch einen gemeinsamen ökumenischen Gottesdienst.

Wenn es nicht so traurig wäre, man(n) müsste über soviel Dummheit und Ignoranz eigentlich nur noch lachen.

Übrigens,

die Stadt Nürnberg ist in Sachen „intellektueller Geistesblitze“ auch nicht viel besser:

Wasserwelt Woehrder See Vol. 9Vor nicht allzu langer Zeit wollten die Stadtoberen den Bewohnern der Wohnanlage „Norikus“ allen Ernstes sogar einen Biergarten mit abendlicher Blasmusik unmittelbar vor die Nase setzen; und dies nur, damit ein „stadtbekannter Elite-Gastronom“ ein bisschen Kohle „nebenher“ machen konnte. In der sprichwörtlich letzten Sekunde konnte dieser „städtische Über-Schwachsinn“ gerade noch verhindert werden.

Trotzdem:

Der Wöhrder See und die ihm vorgelagerte Wiese gleichen Namens zählen zu den herausragenden baulichen und landschaftlichen Errungenschaften der Frankenmetropole Nürnberg und sie dürfen sicherlich in einem Zuge mit dem Wiederaufbau der Altstadt, dem Ausbau des Flughafens, dem Bau der S-und U-Bahnen, dem neuen Klinikum und der Errichtung des Frankenstadions genannt werden.

Wasserwelt Woehrder See Vol. 40Und in irgendeiner Form, zumeist natürlich als Geldgeber, war der Bezirk Mittelfranken an all diesen gewaltigen Objekten beteiligt und auf seine Hilfe wird die Stadt wohl auch zukünftig nicht verzichten können.

Da oft genug gerade die „unpolitischen“ Bürgerinnen und Bürger wenig oder so gut wie gar nichts über die Arbeit der Bezirksräte wissen, finden wir, dass es einmal an der Zeit ist, den Damen und Herren dieses wichtigen kommunalen Gremiums ein herzliches Dankeschön zu sagen.

Wasserwelt Woehrder See Vol. 170Autorenvermerk:

Gerhard-Stefan Neumann

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United Europe: Seit gut siebzig Jahren bauen die Europäer an ihrem Haus Europa und sind dennoch über die inzwischen unterspülten und verrotteten Fundamente nicht hinausgekommen …


Seit gut siebzig Jahren bauen die Deutschen und die Europäer an ihrem Haus Europa und sind dennoch über die inzwischen unterspülten und verrotteten Fundamente kaum hinausgekommen – ganz im Gegenteil, letztere versinken im europäischen Morast und Schlamm, was sie im Umkehrschluss mit der Morandi Brücke von Genua in trauriger Gewissheit letztlich gemeinsam hätten. Der große Traum von Konrad Adenauer, Robert Schuman, Jean Monet und Paul-Henri Spaak von der Einigung der Völker Europas und damit von den Vereinigten Staaten von Europa ist wie eine Seifenblase geplatzt. Die Mitgliedstaaten der heutigen Europäischen Union haben nur ein einziges Ziel, nämlich so viel Geld vom deutschen Steuerzahler abzugreifen wie es nur irgendwie geht – will heißen – die Deutschen sind die Zahlmeister im Haus Europa.

Die Duplizität der Ereignisse ist schlicht und ergreifend erschreckend:

Der Zusammenbruch der Brücke in Genua steht im wahrsten Sinne des Wortes für den Zustand der Saaten Europas.

Wir haben – und dies auf der ganzen Linie – abgewirtschaftet, wir haben versagt, wir haben die berühmte Flasche leer – wir haben fertig.

Und dennoch meine lieben Freundinnen und Freunde, machen wir uns alle etwas vor, wir beschönigen und reden schön, wie verteilen die Schuldfrage geflissentlich auf andere Schultern – wir sehen das Versagen überall – aber eben nur nicht bei uns.

Das was in Genua geschehen ist, kann jederzeit auch bei uns passieren. Dabei ist die Sache doch klar:

Wird ein technischer Gegenstand nicht regelmäßig und vor allem fachmännisch gepflegt und gewartet, dann gibt er irgendwann seinen Geist auf – so einfach ist das.

Nur die Deutschen und die Europäer wollen dies partout nicht einsehen. Statt uns zu einer europäischen Nation zusammenschließen und unser Heil in der europäischen Geschlossenheit und Gemeinsamkeit zu suchen, verharren wir weiterhin mehr oder weniger hilflos in völlig überholten nationalen Egoismen und faseln dummes Zeug über die angeblich ach so tolle deutsche Vergangenheit.



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United Europe: Rechte Populisten versus Vereinigte Staaten von Europa – ein Film von Gerhard-Stefan Neumann …


Europa und die Europäer wachsen zusammen und dies jeden Tag ein kleines Stückchen mehr und das ist gut so und so soll es auch bleiben und so soll es auch weitergehen.

Leider geschieht diese europäische Kooperation bislang nahezu und dies fast ausschließlich auf einer gesellschaftlichen, einer privaten und einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit – die politische Union Europas und das damit verbundene Elend der sogenannten Nationalstaaten bliebt immer noch außen vor.

Seit gut siebzig Jahren bauen nun die Deutschen und die Europäer an ihrem sogenannten Haus Europa herum und sie sind letzten Endes über einen ziemlich armseligen Bretterverschlag nicht hinausgekommen.

Von den großen Träumen der Herren Adenauer, Monet, Schumann und Paul Henri Spaak ist so gut wie nichts übriggeblieben. Schlimmer noch, die Europäer sind zur Lachnummer der halben Welt geworden und ich habe inzwischen den Eindruck gewonnen, dass sich die Europäer ihrem traurigen Schicksal mehr oder weniger hilflos und kraftlos ergeben haben.

In der Bretterbude Europa pfeift der Wind durch die maroden Verschläge und im Winter hocken die Europäer ganz eng aneinander gekuschelt und lausen sich die vom Sturm zerzausten Felle.

Soweit ist es also mit den ach so stolzen und einstmals ach so arroganten Europäern geworden. Ganz offenbar haben zwei furchtbare Weltkriege es nicht geschafft, die deutschen und die europäischen Horden so einigermaßen zur Raison und zur Vernunft zu bringen.

Statt ihre Nationalstaaten auf dem Müllhaufen der Geschichte ein für allemal zu entsorgen und den politischen Bunds fürs Leben zu schließen, will heißen, endlich die Vereinigten Staaten auszurufen und zu gründen, hockt diese heruntergekommene Bande immer noch in ihren armseligen Behausungen und träumt von den angeblich so glorreichen Zeiten der deutschen und der europäischen Kleinstaaterei.

Noch sind es siebenundzwanzig mehr oder weniger unvollkommene und unbedeutende und heruntergekommene Länder die sich Europäische Union oder besser gesagt, die Europäische Lachnummer nennen.



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Bahnland Bayern: Der Hauptbahnhof in Nürnberg – ein Film von Gerhard-Stefan Neumann …


In Sachen Eisenbahngeschichte hat die Stadt Nürnberg im wahrsten Sinne des Wortes Geschichte geschrieben. War die Stadt im Mittelalter schon eine Metropole von nationalem Rang so ist sie mit der Erfindung der Eisenbahn und der späteren Einbindung in das deutsche und europäische Eisenbahnnetz erst so richtig bedeutend geworden. Heute wird der Nürnberger Hauptbahnhof täglich von etwa 150.000 Menschen in Anspruch genommen die das breite Angebot der unterschiedlichsten Verkehrsmittel nutzen. In der Rangliste der der deutschen Bahnhöfe liegt der Bahnhof auf Platz 10. In der Rangliste der Deutschen Bahn AG wird der Nürnberger Hauptbahnhof als Bahnhof der Kategorie 1 unter dem Kürzel NN Hbf geführt.



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Vampirin Theresa Dracula: Ein Gespenst geht um in Deutschland und Europa – ein Film von Gerhard-Stefan Neumann …


Bevor ich auf mein eigentliches Thema zu sprechen komme, lassen Sie mich bitte noch ein paar Worte zu der unsäglichen Geschichte vom Austritt des Vereinigten Königreiches aus der Europäischen Union sagen.

Wenn sich unsere Frau Bundeskanzler vor Gott, Volk und Vaterland und der halben Welt zum Affen und zum Gespött machen will, nun gut, dann ist dies ihre Sache, wenn es ihr die Europäische Union unbedingt gleichtun will, dann hat dies eine ganz andere Qualität.

Man muss sich das einmal auf der Zunge zergehen lassen:

Da wollen also die britischen Blutsauger auf Teufel komm heraus die Europäische Union verlassen und dürfen und sollen und müssen aber an der bevorstehenden Wahl zum neuen Europäischen Parlament teilnehmen. Was für ein Wahnsinn!

Und einer der Ober Europäischen Parteibonzen entblödet sich nicht, die neuen britischen Parlaments Totengräber aufzufordern – sich danach im Europäischen Parlament doch bitteschön brav und anständig zu benehmen.

Meine lieben Freundinnen und Freunde – also wirklich – dümmer geht es wohl nicht mehr.

Ein Gespenst geht um in Europa und dieses Gespenst hat auch einen Namen – es nennt sich Theresa May und ist ihres Zeichens die noch amtierende britische Regierungschefin und damit das weltliche Oberhaupt aller Ausbeuter, Blutsauger, Demagogen, Piraten, Raubritter, Strauchdiebe, Vampire und Wegelagerer.

Seit gut vierhundert Jahren plündern diese dahergelaufenen und spätgeborenen Angelsachsen die halbe Welt aus und gehen ihre Beutezüge mal daneben oder läuft diese Raub- und Eroberungszüge nicht nach ihren imperialen Gelüsten und Wünschen und Vorstellungen, dann schreien sie permanent wie All Rad nach ihrem amerikanischen Waffenbruder um Hilfe und Unterstützung – denn es ist ja so wie immer, dann ist nämlich die ach so tolle britische Demokratie in höchster Gefahr.

Ich könnte kotzen!

Meine liebe Freundinnen und Freunde, das ich als überzeugter Anhänger der großartigen europäischen Idee und der Vereinigten Staaten von Europa einmal für den Austritt Deutschlands aus der Europäischen Union werben würde – das hätte ich mir in meinem kühnsten Träumen niemals und überhaupt und gar nie nicht vorstellen können.



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La Gomera: Unverdorbenes Juwel und Insel des Kolumbus – von Gerhard-Stefan Neumann …


La Gomera 4„Der Teufel hole meinen Ruf!

Eine Arbeit brauche ich!

Ein Einkommen brauche ich!

Ich berste vor Neid, wenn ich eure schönen Frauen, eure edlen Automobile

und eure teuren Landhäuser sehe …“

G. B. Shaw

„Der Arzt am Scheideweg“, 1

(Dr. Ridgeon)

La Gomera 3„La Gomera: Unverdorbenes Juwel und Insel des Kolumbus – von Gerhard-Stefan Neumann …“

La Gomera: Die kleinste Insel der Kanarischen Inseln ist zu jeder Jahreszeit ein ideales Reiseziel.

Nürnberg. (gsn) – Liebhaber schwärmen von ihrer Urwüchsigkeit und bezeichnen sie als einzigartiges und unverdorbenes Juwel. Ihre Freunde sind von der landschaftlichen Schönheit beeindruckt. Selbst flüchtige Bekannte geraten beim Anblick der smaragdgrünen Bananenplantagen in Begeisterung. Das Heer ihrer Anhänger und Verehrer geht in die zig­tausende. Ob stressgeplagter Manager, Erholungssuchender Naturmensch, Wanderer mit sportlichen Ambitionen oder gar „Aussteiger“ – sie alle sind ihrem unvergleichlichen Charme erlegen. Dabei hat sie auf den ersten Blick hin keine besonderen Attraktionen zu bieten. Sie besitzt keine kilometerlangen Sandstrände, keine Hotelburgen – und mit dem Nachtleben ist es auch nicht weit her. Ihre Qualitäten blühen sozusagen im Verborgenen, werden erst auf den zweiten Blick sichtbar. Das Geheimnis ihrer anmutigen Schönheit liegt in der schon erwähnten Landschaft mit den alten Dörfern, die wie Schwalbennester an steil terrassierten Berghängen platziert sind.

Nicht zu vergessen die herzlichen und liebenswürdigen Einwohner, die mit harter Arbeit ihren Lebensunterhalt verdienen müssen.

La Gomera 2Die Rede ist von La Gomera, dem unvergleichlichen Juwel der Kanaren. Oder wie das Eiland auch gerne genannt wird – Insel des Kolumbus. Der große spanische Seefahrer machte 1492 im Hafen der Inselhauptstadt San Sebastian Station um Wasser und Vorräte aufzufüllen. Danach erst schickte er sich an, die neue Welt zu entdecken.

La Gomera ist eine der kleinsten der Kanarischen Inseln. Von der Hauptinsel Teneriffa ist sie 25 Kilometer und vom afrikanischen Festland etwa 370 Kilometer entfernt. Ihre Küstenlänge beträgt 98 Kilometer, wovon 83 Kilometer reine Steilküste sind. An Stränden hat sie rund 15 Kilometer aufzuweisen, der Anteil an Sandstränden beläuft sich auf ganze 500 Meter.

Vielleicht oder gerade deswegen konnte sich auf La Gomera kein Massentourismus

entwickeln.

La Gomera 1Jede Bekanntschaft mit La Gomera beginnt und endet in der Inselhauptstadt San Sebastian. Ob Geschäftsmann, Handwerker, Lieferant oder Tourist – die imposante Fähre der Ferry Gomera spült sie zielsicher, wenn auch manchmal arg sturmgebeutelt, an Land. Lange Zeit war der natürliche und geschützte Hafen der maritime Verbindungspunkt zwischen Alter und Neuer Welt.

In der 1490 erbauten gotischen Kirche Igiesia de la Asuncion betete Kolumbus und erflehte den göttlichen Segen. Wie wir inzwischen wissen, hat er ihn erhalten.

Zentrum von San Sebastian ist die Plaza de America. Unter dem Schatten der Riesenlorbeerbäume trifft sich in heutiger Zeit die Jugend Europas. Große Auswahl an Sport und Unterhaltung hat sie allerdings nicht: die wenigen Bars und Cafes rund um die Plaza sind die Ausnahme. Dafür rücken die Filialen spanischer und europäischer Großbanken immer näher. Zum Glück für die Einheimischen und auch die zahlreichen Gäste aus aller Welt konnte die „Silo-Zement-Bauweise“ gerade noch rechtzeitig abgewendet werden.

La Gomera 82Ähnliches gilt für die Playa de Santiago. Noch vor dem ersten Weltkrieg wohnten hier sehr wenig Menschen. Der Hauptgrund hierfür muss der chronische Mangel an Wasser gewesen sein. Eine Was­serversorgung, die halbwegs unseren Vorstellungen entspricht, existiert auf La Gomera erst seit den späten dreißiger Jahren. In jenen sehr schwierigen Zeiten hausten die Inselbewohner in Höhlen, die in den Fels gehauen waren. Diese äußerst bescheidenen Unterkünfte werden inzwischen nur noch als Lagerräume und Stallungen genutzt. Heute gibt es an der Uferpromenade einige kleine Pensionen – Bars und Cafes.

Die neue Hafenmauer tut ein Übriges:

unter ihrem Schutz konnte sich ein sehr bescheidenes Fischereiwesen entwickeln. Einen großen Badetourismus lässt schon der steinige Kiesstrand gottlob nicht zu.

La Gomera 80Die Haupteinnahmequelle des Ortes ist das Vier-Sterne-Hotel Jardin Tecina. Das architektonische Kleinod liegt auf den etwa fünfzig Meter hohen Klippen der Playa de Santiago und ist ganz im maurischen Stil dorfartig angelegt. Allein der Garten des renommierten Hauses ist ein Erlebnis für sich. Jede einzelne Pflanze, jeder Strauch und jede Palme ist an einem einzigartigen Bewässerungssystem angeschlossen. Mehrere Gärtner sorgen nahezu rund um die Uhr für das Wohlergehen ihrer blühenden Schützlinge.

Weniger malerisch geht es im „Tal des großen Königs“ auf der Westseite der Insel zu. Gemeint ist Stadt und Region Valle Gran Rey. Hier wirkt alles geplant, kultiviert und wie von Landschaftsarchitekten entworfen. Die manchmal erschreckende Schönheit des Tales findet ihren Ausdruck in den beeindruckenden mehrere hundert Meter hohen Terrassen, die aus Bergquellen bewässert werden.

La Gomera 78Und in diesem „Tal des großen Königs“ sind auch die schlimmsten Bausünden auf La Gomera zu finden. An der Meeresküste der Playa de Valle Gran Rey „stapeln“ sich Hotels, Pensionen und Supermärkte im wahrsten Sinne des Wortes. Und das Schlimmste daran ist, wie lieblos sie in die Landschaft „geklotzt“ wurden.

Das Wortspiel “Tal des großen Königs“ wird dem Guanchenkönig Hupalupa zuge­schrieben, der mit seinem Sohn zusammen eine Mordtat ausheckte, um die Vergewaltigung einer Prinzessin zu rächen. Nach Vollendung der Bluttat soll der König seinen eigenen Sohn und Mitwisser der Tat, getötet haben.

La Gomera 76Die reizvollsten Orte auf La Gomera sind sicherlich Agulo und Hermigua, die im Norden der Insel liegen. In beiden „Städten“ scheint der Begriff „Zeit“ ein Relikt aus der Vergangenheit zu sein. Sicherlich hat die enorme Abwanderung der Jugend ihren Teil mit dazu beigetragen. So aber sind die beiden Gemeinden von den Errungenschaften moderner Technik und Architektur verschont geblieben. Zum Glück für den Hightech Wohlstandsbürger unserer Tage, der sich so unvermittelt einer urbanen, ja fast unwirklichen Welt des ausgehenden 19. Jahrhunderts gegenüber sieht.

Wirtschaftlich ist auch hier in der nördlichen Region von La Gomera der Niedergang angesagt. Sicherte über viele Jahrzehnte hinweg die kanarische (gomerische) Banane Reichtum und Wohlstand des Archipels, so sind jetzt die Bananen aus Süd- und Mittelamerika auf dem Vormarsch.

La Gomera 74Absoluter Höhepunkt einer jeden Gomera Reise ist jedoch der Nationalpark Garajonay. Nach alter Sage wurde er nach einem jungen gomerischen Liebespaar benannt, das im Liebesleid auf dem höchsten Punkt der Insel gemeinsam in den Tod ging. Auf einer Fläche von 4000 Hektar ist nun Gomeras subtropischer Regenwald geschützt. Interessierte Laien und Fachleute aus aller Welt können hier die unterschiedlichsten Pflanzenarten in Augenschein nehmen. Lebenswichtig für den Regenwald sind die Passatwinde. Sie streichen aus nördlicher Richtung über die Insel und bilden dicke Wolkenbänke, die dann über Tage hinweg die Gipfel in Dunst und Nebel hüllen, während das Wasser zu Boden fällt und in tiefe, unterirdische Basaltschichten abfließt. Mit Hilfe artesischer Brunnen und einem ausgeklügelten Leitungssystem wird es dann in die trockeneren Regionen der Insel weitergeleitet.

La Gomera 72Im Park selbst kann an bestimmten Plätzen gegrillt werden. Und für die ganz Kleinen ist auch gesorgt:

zahlreiche Spielplätze lassen Langeweile erst gar nicht aufkommen. Zudem sind die Gomerienos für ihre Gastfreundschaft berühmt, die so manchen „touristischen Mangel“ wieder ausgleicht.

Übrigens:

La Gomera 20La Gomera hat das ganze Jahr über Saison. Im Winter erreichen die Temperaturen 20 Grad Celsius und im Sommer 26 Grad Celsius. Dabei haben die schon erwähnten Passatwinde auch eine angenehme Funktion:

die Sonnenhitze wird durch sie entscheidend gemildert – und macht so die heißen Temperaturen erträglich.

So bleibt nur wieder einmal die Hoffnung, dass sich die anderen Ortes gemachten Fehler im Falle La Gomeras nicht wiederholen werden – und, dass die Gomerienos Hand in Hand mit ihrer Inselregierung die schlimmsten „Touristen- Auswüchse“ verhindern können.

La Gomera, die Insel des Kolumbus und unverdorbenes Juwel des kanarischen Archipels – (noch) ein kleines Paradies. Wer weiß wie lange.

La Gomera 10Autorenvermerk:

Gerhard-Stefan Neumann

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Copyright und alle Rechte ausschließlich beim Autor. Nachdruck nur gegen Beleg und Honorar „und nur nach vorheriger Genehmigung gestattet.“

WICHTIG: INFO ZUM ARTIKEL „LA GOMERA“

La Gomera 16La Gomera wird von allen großen deutschen Reiseveranstaltern angeboten, z.B. TUI, Neckermann, Karstadt, Airtours, der Alpin-Schule Innsbruck und Jahn-Reisen.

Die Anreise erfolgt per Charterflug über den neuen Flughafen von Teneriffa Süd. Die Flugzeit beträgt zwischen fünf und sechs Stunden.

Für Reisende aus “dem Norden und dem Osten der Republik“ kann möglicherweise eine Zwischenübernachtung auf Teneriffa notwendig werden.

Nach der Landung auf Teneriffa-Süd erfolgt der Transfer zum Hafen Los Cristianos – Dauer etwa 30 Minuten.

La Gomera 40Die Fähre der Ferry Gomera (Olsen-Line) benötigt für die Überfahrt nach La Gomera etwa 90 Minuten die allerdings manchmal etwas stürmisch verlaufen können.

„Angespült“ werden die Gäste im Hafen der Inselhauptstadt San Sebastian. Von dort erfolgt der Transfer zu den gebuchten Hotels.

Die Fahrt zum Hotel Jardin Tecina an der Südseite der Insel dauert z. B. noch einmal 1 1/2 Stunden – die Fahrt nach der Westseite – also Valle Gran Rey nimmt mindestens zwei Stunden in Anspruch. Ähnliches gilt für den Norden der

Insel.

La Gomera 22WICHTIG:

DIE ABREISE AUS DEM TAL VALLE GRAN REY ERFOLGT MEISTENS PER TAXI-TRANSFER – UND DIES IN DEN FRÜHEN MORGENSTUNDEN !

Je nach Lust und Geldbeutel reicht das Hotel-Angebot von zum Teil sehr schönen und preiswerten Privatquartieren, gut ausgestatteten Ferienwohnungen bis zum Spitzenhotel wie z.B. dem 4-Sterne-Hotel Jardin Tecina.

In der Winter-Saison 2019/2020 sind Appartements für 2 Personen an der Playa de Santiago, vierzehn Tage, für runde 1.000 EURO zu haben. Veranstalter:

Karstadt und TUI. (Die Supermärkte sind nah und gut sortiert).

La Gomera 10GANZ WICHTIG:

GÄSTE, DIE PRIVAT ANREISEN, ODER DIE INSEL VON TENERIFFA AUS BESUCHEN WOLLEN, SOLLTEN DIE FÄHRE SCHON IM HIESIGEN REISEBÜRO BUCHEN !

Weitere Fragen beantwortet das Spanische Fremdenverkehrsamt in Frankfurt am Main, Telefon 069 72 50 33+ 38, Telefax 069 72 53 13.

Literatur:

Unbedingt zu empfehlen (und dies schon vor der Abreise lesen) ist das GOMERA Handbuch (Offizieller In­selführer), erschienen im Conrad Stein Verlag, ISBN 3-922965-48-2, zum Preis von 12 EURO.


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Mit Buchstaben komponieren, mit Worten musizieren und mit Sätzen dirigieren. Dies alles bietet Ihnen: Gerhard-Stefan Neumann, Freier Journalist + Werbetexter (GdbR), Norikerstraße 19 B2, D-90402 Nuernberg, Telefon 01523 8 70 75 92,

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Nürnberg: Das Christkind lädt zu seinem Markt ein – von Gerhard-Stefan Neumann …


Christkindlesmarkt Vol. 280„Der Teufel hole meinen Ruf!

Ein Einkommen brauche ich!

Eine Arbeit brauche ich!

Ich berste vor Neid, wenn ich eure schönen Frauen, eure edlen Automobile und eure teuren Landhäuser sehe …“

G. B. Shaw

„Der Arzt am Scheideweg“, 1

(Dr. Ridgeon)

Nürnberg: Das Christkind lädt zu seinem Markt ein – von Gerhard-Stefan Neumann .Christkindlesmarkt Vol. 284..

Das Nürnberger Christkind absolviert bis Heiligabend an die 150 Termine und erfreut dabei nicht nur „Groß“ wie „Klein“ sondern gibt auch behinderten und kranken Menschen, Trost, Wärme und Zuversicht.

Es ist einer der anstrengendsten, aufregendsten und härtesten aber auch schönsten „Jobs“, den die Frankenmetropole Nürnberg alle zwei Jahre zu vergeben hat; ein Job auf Zeit und natürlich dem weiblichen Geschlecht vorbehalten. Außerdem ist er weniger ein Beruf als vielmehr eine „Berufung“. Die für diese Tätigkeit in Frage kommenden Aspirantinnen müssen mindestens sechzehn Jahre jung und dürfen höchstens neunzehn Jahre alt sein. Gute Fitness und absolute Schwindelfreiheit wird vorausgesetzt.

Christkindlesmarkt Vol. 272Ein fachkundiges und kompetentes Kuratorium wählt die Kandidatinnen nach Ausstrahlung, Charme, Esprit, Schulbildung, Schönheit und Sprachkenntnissen aus. Ein bis zwei Fremdsprachen sollten es schon sein, denn schließlich wird das „Nürnberger Christkind“ die Stadt nach seiner offiziellen „Amtszeit“ als Botschafterin in aller Welt vertreten.

Die Wahl des „Nürnberger Christkindes“ erfolgt seit 1969 absolut demokratisch, denn die Bürgerinnen und Bürger haben ein „amtlich-verbrieftes“ Mitspracherecht.

Christkindlesmarkt Vol. 270Das Christkind der Jahre 2001/2002 war die bildhübsche Marisa Sanchez (das erste Nürnberger Christkind mit inzwischen hinreichend bekannten Migrations-Hintergrund) eine in Nürnberg geborene Tochter spanischer Eltern. Über ihre „Berufung“ gab es erhebliche, teilweise kontrovers geführte Auseinandersetzungen; schließlich gelten die „Peterlesboam“ und „Peterlesmadlas“ als ziemlich bodenständig und allem Neuen gegenüber nur wenig aufgeschlossen.

Nürnberg (gsn) – Die Frankenmetropole Nürnberg zählt anfangs des einundzwanzigsten Jahrhunderts zu den wohl interessantesten und herausragendsten Großstädten in Europa.

Christkindlesmarkt Vol. 268Nach den verheerenden Zerstörungen des furchtbaren Zweiten Weltkrieges war die Innenstadt zu mehr als neunzig Prozent zerstört. Die Architekten des Wiederaufbaus sprechen inzwischen schon von einem „Total-Verlust“. Das ehemalige „Schatzkästlein des Deutschen Reiches“ hat für die eigenen politischen Irrtümer und die der deutschen Nation einen sehr hohen Preis bezahlt.

Das Synonym „Auferstanden aus Ruinen und der Zukunft zugewandt …“ könnte, wäre es nicht so makaber, in der Trümmerlandschaft des Nürnberger Hauptmarktes entstanden sein.

„… tiefgreifender Strukturwandel im Zeichen der Burg …“

Christkindlesmarkt Vol. 266Der Wiederaufbau Nürnbergs dauerte gut fünfzig Jahre und war eigentlich erst 1989 endgültig abgeschlossen, als die Baumeister den letzten noch fehlenden Reichsadler auf der Kaiserburg ersetzen konnten. Wirtschaftlich boomte in jenen Gründerjahren die große Stadt in der nordbayerischen Provinz. Firmen wie „AEG“, „MAN“, „Nürnberger Versicherung“ (Werbeslogan: Schutz und Sicherheit im Zeichen der Burg), „Siemens“ und „Triumph-Adler“ gaben den Menschen nicht nur einen guten Lohn und damit reichlich Brot, sondern sorgten auch für viel Glanz und Gloria und einen immer gut gefüllten Stadtsäckel.

Christkindlesmarkt Vol. 264Wenn wir in diesem Zusammenhang von der Frankenmetropole Nürnberg sprechen, meinen wir auch die Städte Erlangen und Fürth. Denn dieses Städtedreieck ist untrennbar miteinander verbunden und zumindest wirtschaftlich gesehen, schon längst ein regionales in sich geschlossenes Gebiet. Nur, die Politik und die Politiker scheinen das noch nicht ganz begriffen zu haben. Unternehmerpersönlichkeiten wie Karl Diehl, Max Grundig, Gustav Schickedanz und der „Eiskönig“ Theo Schöller prägten zu ganz wesentlichen Teilen die damals noch junge Bundesrepublik Deutschland.

Nicht vergessen werden soll auch der Fürther Wirtschaftsprofessor Ludwig Erhard. Sein Name ist untrennbar mit dem Wirtschaftswunder Deutschland in der Nachkriegszeit verbunden. Als Gründungsmitglied der „Gesellschaft für Konsumforschung“ (GfK) legte er den eigentlichen Grundstein für die heutige „Informations- und Kommunikationsindustrie“ (IuK) in Nürnberg und der Region Mittelfranken.

Christkindlesmarkt Vol. 262„… an der Grenze zwischen Ost- und Westeuropa versucht die Frankenmetropole den schwierigen Spagat zwischen Tradition und Modernisierung …“

In der Region Mittelfranken mit dem Städtedreieck Nürnberg, Erlangen, Fürth leben rund 1,75 Millionen Menschen und sie erwirtschafteten im vergangenen Jahr ein Bruttoinlandsprodukt von 45 Milliarden EURO. Damit gehören die drei Städte zu den größten und erfolgreichsten Ballungszentren in der Bundesrepublik Deutschland.

Das zweithöchste Bürogebäude im Freistaat Bayern steht übrigens nicht etwa in München, wie man leicht vermuten könnte, sondern in Nürnberg und es gehört der „Nürnberger Versicherungsgruppe“.

Christkindlesmarkt Vol. 260Die drei größten Arbeitgeber in der Region Mittelfranken sind die Siemens AG mit etwa 30.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, gefolgt von Karstadt-Quelle mit etwa 10.000 und der Herzogenauracher Wälzlagergruppe INA mit rund 8.500 Beschäftigten. Letztere wurde kürzlich in einer nicht gerade freundlichen Übernahme von dem Schweinfurter Wälzlagerkonzern Kugelfischer FAG geschluckt und sorgte bei den braven und biederen Mittelfranken für reichlich Aufregung und helle Empörung. In Herzogenaurach sind auch die beiden äußerst erfolgreichen Sportartikelhersteller „Adidas-Salomon“ und „Puma“ zu Hause. Sie bringen es beide auf Umsätze in Milliardenhöhe und beschäftigen in der Region geschätzte 3.000 Menschen.

Ein großes „Sorgenkind“ ist nach wie vor das Fürther Traditionsunternehmen „Grundig AG“. Gerade noch rund fünftausend Arbeitsplätze stellt der Unterhaltungselektronikkonzern der Region und den Menschen zur Verfügung und jedes Jahr werden es klammheimlich ein paar hundert weniger.

Christkindlesmarkt Vol. 300Der Strukturwandel hat seit Mitte der siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts auch die Region Mittelfranken nicht verschont. Allein im Städtedreieck Nürnberg, Erlangen, Fürth sind in der feinmechanischen Industrie – vorsichtig geschätzt – rund 40.000 Arbeitsplätze verlorengegangen; in der ganzen Region Mittelfranken waren es im gleichen Zeitraum rund 100.000 Arbeitsplätze.

Zwar wurden im gleichen Zeitraum im weiten Feld des Bereiches „Dienstleistung“ 150.000 neue Arbeitsplätze geschaffen, aber gleichwohl muss gesagt werden, dass nicht jeder Feinmechaniker

z. B. ein guter und geeigneter Call Center Agent ist, vor allem nicht zu den Konditionen, die in dieser Branche im allgemeinen geboten werden.

Christkindlesmarkt Vol. 298Insgesamt gesehen liegt die Region Mittelfranken in Sachen Arbeitslosigkeit so schlecht nicht, zumindest nicht im direkten Vergleich mit anderen westlichen Bundesländern. Legt man allerdings die Zahlen der bayerischen Arbeitslosenstatistik zugrunde, dann „dümpeln“ die Mittelfranken immer noch am Ende der Tabelle.

„…von all dem wissen unsere Kinder und die Touristen aus aller Welt die Jahr für Jahr in die große nordbayerische Metropole strömen, naturgemäß nichts oder zumindest nicht sehr viel …“

In wenigen Tagen ist es nun wieder soweit:

Christkindlesmarkt Vol. 296„Das Christkind lädt zu seinem Markte ein, und wer da kommt, der soll willkommen sein.“ Mit dem Schlusssatz des feierlichen Prologs wird das Nürnberger Christkind in schwindelnder Höhe von der Empore der Frauenkirche am Hauptmarkt zu Nürnberg „seinen“ traditionellen Weihnachtsmarkt eröffnen. Gut zwanzig nationale und internationale TV-Stationen werden „live“ über Satellit von diesem Ereignis berichten. Damit ist denn auch die Frankenmetropole Nürnberg im wahrsten Sinne des Wortes „wieder in aller Munde“ und zwar mit Glühwein, Lebkuchen und „Nermbärcher Bratwerscht“. Sollte sich auch noch der „Club“, der „1. FCN“ mit einem halbwegs achtbaren und vor allem sicheren Tabellenplatz in die verdiente Winterpause verabschiedet haben, kann das Christkind gerne kommen – zumindest für die Kinder und die fränkischen Fußballfans.



Christkindlesmarkt Vol. 294„… das Christkind lädt zu seinem Markt ein …“

Den weltbekannten Nürnberger Christkindlesmarkt gibt es nunmehr seit über 387 Jahren und seit 1948 wird der klassische Prolog von der Empore der Frauenkirche aus gesprochen. Das erste und inzwischen leider verstorbene Nürnberger Christkind war die fränkische Volksschauspielerin Sophie Keeser.

Damals wie heute zieht der unvergleichliche Markt die Menschen in seinen Bann und öffnet ihre Herzen. Wenn am 24. Dezember dieses Jahres die Lichter in der Budenstadt am Nürnberger Hauptmarkt erlöschen, haben nicht nur etwa zwei Millionen Menschen den Christkindlesmarkt und die Stadt Nürnberg besucht, sondern Millionen Menschen in der ganzen Welt über Internet und Satellit an diesem Medienereignis teilgenommen.

Christkindlesmarkt Vol. 292Auch der Kämmerer der Frankenmetropole wird über die eine oder andere EURO Million in seinem Stadtsäckel froh sein; denn das ist er auch, der Nürnberger Christkindlesmarkt – ein gigantisches Wirtschaftsunternehmen. Bleiben die Besucher aus, zum Beispiel aus der Furcht vor Terror-Anschlägen, so geht es dem Markt im wahrsten Sinne des Wortes finanziell „an den Kragen“.

„… Nürnberg oder Augsburg – der Historikerstreit um den ältesten Markt …“

In den vergangenen Jahren hat der Nürnberger Christkindlesmarkt mächtig Konkurrenz bekommen. Jede größere deutsche Stadt, die es sich leisten kann und die halbwegs etwas auf sich hält, richtet für ihre Bürgerinnen, Bürger und Besucher einen eigenen Weihnachtsmarkt ein

Christkindlesmarkt Vol. 290Sprichwörtlich aus allen Wolken fielen vor einigen Jahren die Stadtoberen der Schwabenmetropole Augsburg, als ein „findiger und äußerst übereifriger“ Historiker entdeckte, dass der „hauseigene“ Weihnachtsmarkt „mindestens“ 160 Jahre älter sei, als der Nürnberger Christkindlesmarkt. Zwar sprechen die Augsburger Archive „nur“ von einem sogenannten „Lebkuchenmarkt“ – aber immerhin. Flugs mussten alle bereits gedruckten Werbeplakate überklebt und die bereits vorhandene Werbestrategie entsprechend geändert werden. Die ganze Aktion kostete die Augsburger Steuerzahler mindestens 25.000 EURO – natürlich „ergebnisoffen“. Inzwischen hat sich die Begeisterung in der Stadt der Fugger wieder gelegt und eine allgemeine Ernüchterung ist eingetreten. Schließlich bringt es der Augsburger Weihnachtsmarkt gerade mal auf 500.000 Besucher und auf eine höhere Anzahl von Menschen ist die schöne Stadt am Lech auch aus rein logistischen Gründen gar nicht eingerichtet.

Christkindlesmarkt Vol. 274Im Übrigen ist der Augsburger Weihnachtsmarkt aber „intimer und beschaulicher“ als sein berühmtes Gegenstück in Nürnberg. Schon das städtebauliche Ensemble mit dem wunderschönen Rathaus des berühmten Augsburger Stadtbaumeisters Elias Holl, dem Perlachturm und den herrlich wieder aufgebauten Patrizierhäusern rund um den Augsburger Rathausplatz sprechen für sich. Der Augsburger Ex-Oberbürgermeister Dr. Peter Menacher sagte einmal in einem ähnlichen Zusammenhang, „immer dann wenn er von seinem Amtszimmer auf den Rathausplatz hinunter sieht, meine er, seine Stadt läge im nördlichen Italien.“

Der Autor und die Redaktion empfehlen daher allen interessierten Leserinnen und Lesern doch gleich beide Weihnachtsmärkte zu besuchen. Schließlich liegen beide Städte recht nah beieinander und so ganz nebenbei lernen Sie die beiden faszinierendsten und schönsten Städte des deutschen Mittelalters höchstpersönlich kennen und vielleicht sogar lieben.

Christkindlesmarkt Vol. 258„… die Beschriftung dieser Spanschachtel gilt derzeit als ältester Nachweis der Existenz des Nürnberger Christkindlesmarktes …“

Doch zurück zum Nürnberger Christkindlesmarkt und zu unserem Beitrag. Es gilt inzwischen unter Historikern als gesichert, dass der Christkindlesmarkt auf das Jahr 1530 zurückgeht. In den bisher noch nicht publizierten Briefen des Nürnberger Ratsherren und Humanisten Willibald Pirckheimer (1470 – 1530), welche die Heidelberger Historikerin Helga Scheible bearbeitet, heißt es, die Nonnen aus dem Kloster Bergen nahe dem fränkischen Hersbruck hätten im Advent „nach Gewürzen von dem Markt“ geschickt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit war hier die Rede vom Nürnberger Markt. Im Jahre 1628 wurde auf dem Boden einer neunzehn Zentimeter langen, ovalen und mit Blumen bemalten Spanschachtel aus Nadelholz diese mit schwarzer Tinte geschriebene Inschrift gefunden:

Christkindlesmarkt Vol. 256„Regina Susanna Harßdörfferin von der Jungfrau Susanna Eleonora Erbsin (oder Elbsin) zum Kindles-Marck überschickt 1628.“

In dieser Schachtel befinden sich zwölf Seidenstränge unterschiedlicher Stärke, die den originalen Inhalt darstellen. Sie wurde wohl 1628 auf dem Markt samt Inhalt angeboten. Diese Schachtel befindet sich heute im Besitz des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg; die Beschriftung der Spanschachtel gilt derzeit als ältester Nachweis der Existenz des Nürnberger Christkindlesmarktes. Der Altdorfer Universitätsprofessor Christoph Wagenseil nennt in der zweiten, lateinisch gedruckten Stadtgeschichte im Jahre 1697 „De … civitate Norimbergensis commentatio …“ den Christkindlesmarkt. Er bezeichnet ihn als „Christkindleinsmarck“.

„… neue Veranstaltungen rund um den Hauptmarkt ergänzen das Angebot …“

Christkindlesmarkt Vol. 254Den vielen großen und kleinen Besuchern des Nürnberger Christkindlesmarktes werden geschichtliche Ereignisse sicherlich nicht so wichtig sein; da sind die vielen süßen und verführerischen Leckereien schon wichtiger:

Den „Nürnberger Christkindlesmarkt Glühwein“ gibt es inzwischen schon für die Kleinen in einer alkoholfreien Version und der Duft der berühmten Nürnberger Bratwürste ist genau so verlockend, wie die leckeren Lebkuchenherzen. Ob es die anlässlich des 950. Stadtjubiläums gegründete „Nürnberger Kinderweihnacht“ und das „Sternenhaus“ am Hans-Sachs-Platz auch in diesem Jahr noch einmal geben wird, stand bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht fest. Bitte fragen Sie Ihr Reisebüro oder schauen Sie im Internet nach. Die Adresse finden Sie am Ende dieses Beitrages.

„… ohne das Christkind geht absolut nichts …“

Christkindlesmarkt Vol. 252Eine unmittelbar am Geschehen Beteiligte ist in jedem Falle ganz besonders wichtig und ohne sie läuft überhaupt nichts – das Nürnberger Christkind. Es ist in diesen Wochen die uneingeschränkte Königin des Nürnberger Christkindlesmarktes und keiner anderen fliegen in diesen Tagen die Herzen der „Kleinen“ und der „Großen“ mehr zu, als ihr.

Und um es gleich vorwegzunehmen, das Nürnberger Christkind ist kein Rauschgoldengel, sondern ein liebenswürdiges Mädchen als Christkind verkleidet. Diesen Traumjob gibt es, wie bereits erwähnt, nur in der Frankenmetropole Nürnberg; es ist eine Tätigkeit auf Zeit und ausschließlich jungen Damen im Alter von sechzehn bis neunzehn Jahren vorbehalten.

Christkindlesmarkt Vol. 250Über die örtlichen Medien können sich die Mädchen mit Bild und Lebenslauf bewerben, vorausgesetzt, dass sie das „richtige“ Alter haben, mindestens 160 cm groß und absolut schwindelfrei sind. Über eine gute Fitness sollten sie auch verfügen, denn immerhin gilt es, weit über einhundert öffentliche Auftritte zu absolvieren, Rundfunk und Fernsehtermine nicht eingeschlossen.

Ist das Christkind dann endlich in Amt und Würden, geht der Stress auch schon los:

Christkindlesmarkt Vol. 248Kostümprobe, Maskenprobe, Sprech- und Stimmprobe und viele Pressekonferenzen. Die Hauptlast der „Inthronisation“ des Christkindes tragen die Masken- und Kostümbildner der Städtischen Bühnen Nürnberg. Dafür, dass das Christkind auch „stimmlich“ gut rüberkommt, sorgt das Studio Franken des Bayerischen Rundfunks. Allein der technische Aufwand ist riesig. Und, das Christkind wird „herumgereicht“. Zum Glück hat es ein eigenes „Christkind-Mobil“ nebst Chauffeur und wird es einmal zeitlich ganz eng kann auch auf eine polizeiliche Eskorte zurückgegriffen werden. Mit einem Modelwettbewerb unserer Tage hat das Auswahlverfahren nichts zu tun; ein Nürnberger Christkind muss neben Ausstrahlung, Charme, Esprit auch eine ganze Menge Köpfchen haben. Die Kids unserer Tage können auch ein „Christkind“ ganz schön beanspruchen und manchmal mit ihren Fragen sogar ins „Schwitzen“ bringen. Das Christkind in spe muss nicht unbedingt in Nürnberg geboren sein, in jedem Fall aber schon längere Zeit hier wohnen. Die „Amtszeit“ des Christkindes beträgt genau zwei Jahre, danach vertritt es als Botschafterin die Stadt in aller Welt.

Christkindlesmarkt Vol. 244Und, aus allen „Christkindern“ der Frankenmetropole ist auch in beruflicher Hinsicht bislang immer etwas geworden.

Übrigens:

Die Nürnberger Christkinder sind während ihrer „Amtszeit“ vom Schulunterricht befreit – nicht aber vom Lehrstoff; den müssen sie alle in kürzester Zeit nachholen. Darum aufgemerkt, auch ein Christkind muss lernen …

Head of Production

Gerhard-Stefan Neumann

Freier Journalist + Werbetexter (GdbR)

COPYRIGHT © 2019 GERHARD-STEFAN NEUMANN MEDIA TV

Copyright und alle Rechte ausschließlich beim Autor dieses Beitrages.

Nachdruck nur gegen Beleg und Honorar und „nur nach vorheriger Genehmigung gestattet.“

Christkindlesmarkt Vol. 242Anreise:

Die Frankenmetropole Nürnberg ist von vielen Großstädten aus umsteigefrei per ICE, IC/EC und IR leicht und kostengünstig zu erreichen. In vielen Tickets, speziell für den Christkindlesmarkt, sind die Kosten für öffentliche Verbindungen wie Bus, Straßen- und U-Bahn bereits enthalten. Fragen Sie bitte in Ihrem Reisebüro oder bei der Bahn AG nach. Vom Hauptbahnhof Nürnberg fahren Sie mit der „U 1“ in Richtung Fürth ; an der ersten Haltestelle „Lorenzkirche“ steigen Sie aus und folgen der Wegbeschreibung. Bis zum Christkindlesmarkt sind es dann nur noch wenige Minuten.

Hotelbuchungen:

Christkindlesmarkt Vol. 238Nürnberg verfügt über eine ausreichende Zahl an Gästebetten in allen Kategorien. Allerdings sollten Sie frühzeitig buchen. Zahlreiche Veranstalter verfügen über entsprechende Arrangements. Autofahrern wird dringend empfohlen, frühzeitig „P + R“ Parkplätze aufzusuchen und öffentliche Beförderungsmittel zu benutzen. Im unteren Feld der Fahrkartenautomaten finden Sie die Hinweise für „Tages- und Familienkarten“. Im Stadtgebiet Nürnberg/Fürth gilt die Preisstufe „2“. Die Verbindungen sind in Nürnberg sehr gut und lassen kaum Wünsche offen. Allerdings hier schon der dringende Rat:

Lassen Sie bitte auf keinen Fall irgendwelche Wertgegenstände im Auto liegen!

Christkindlesmarkt Vol. 236Essen und Trinken:

„Nermbärcher Bratwerscht“ und „Glühwein“ bekommen Sie überall rund um den Christkindlesmarkt, ebenso die sattsam bekannten Fastfood Ketten europäischer und amerikanischer Marken. Wenn Sie es „fränkisch“ mögen, empfehlen wir unter anderem:

Bratwurstglöcklein im Handwerkerhof am Hauptbahnhof in Richtung Innenstadt,

Bratwurstglöcklein an der Sebalduskirche (Rathausplatz 1),

Bratwurst Röslein am Rathausplatz 6,

Das Goldene Posthorn, Glöckleinsgasse 2,

Das Restaurant im Heilig-Geist-Spital in unmittelbarer Nähe des Christkindlesmarktes.

Im Übrigen können Sie in Nürnberg die kulinarischen Spezialitäten (fast) aller Kulturkreise probieren und genießen. Konsultieren Sie bitte Ihren Reiseführer.

Sicherheit:

Christkindlesmarkt Vol. 216Die Frankenmetropole Nürnberg zählt zu den sichersten deutschen Großstädten und die Sicherheitsbehörden haben gerade bei Großveranstaltungen ein besonders wachsames Auge auf ihre „Kundschaft“. Dennoch können die Beamten nicht überall sein und oft genug haben die Täter wirklich ein „leichtes“ Spiel. Gerade zur Mittagszeit oder zu Beginn der Dämmerung haben sogenannte „Beutelschneider“ Hochkonjunktur. Ohne dass die Passanten überhaupt etwas merken, schneiden oder schlitzen diese Herrschaften ruckzuck Taschen jeder Art auf.

Deshalb:

Christkindlesmarkt Vol. 218Legen Sie Ihre Geldbörse weder in den Einkaufskorb oder –wagen, noch oben auf die Einkaufstasche. Tragen Sie Geld, Papiere und sonstige Wertsachen stets in den „verschlossenen Innentaschen“ Ihrer Kleidung, im „Brustbeutel“ oder in einer „Gürtelinnentasche“. Lassen Sie Ihre Tasche in Restaurants, im Kaufhaus oder bei der Anprobe in Umkleidekabinen nie unbeaufsichtigt. Üben Sie auch äußerste Vorsicht beim Bezahlen mit Scheckkarten:

Christkindlesmarkt Vol. 220Wenn die Geheimzahl ausgespäht ist, wird die Karte zu einem besonders wertvollen Diebesgut. Nehmen Sie möglichst gar keine Handtaschen mit, sondern benutzen Sie die eben erwähnten Brustbeutel. Frauen sollten das Geld unbedingt Begleitern mit sicherer Innentasche anvertrauen. Verzichten Sie so weit es immer geht auf den Einsatz von Scheck- oder Kreditkarten. Nehmen Sie nur soviel Geld wie nötig mit. Sollten Sie dennoch auf dem Christkindlesmarkt bestohlen worden sein, dann wenden Sie sich „sofort“ an den nächsten Budenbesitzer und bitten ihn, die Polizei zu verständigen. Es gibt diesbezüglich eine freiwillige Übereinkunft zwischen der Stadt Nürnberg, den Budenbesitzern und der Polizei. Warten Sie unbedingt vor Ort auf das Eintreffen der Beamten!

Christkindlesmarkt Vol. 126Öffnungszeiten des Christkindlesmarkt Nürnberg 2019:

Montag – Mittwoch 9.00 – 20.00 Uhr

Donnerstag – Samstag 9.00 – 21.00 Uhr

Sonntag 10.30 – 20.00 Uhr

24.12. Heiligabend 9.00 – 14.00 Uhr

Eröffnung: 30. November 2019 14.00 Uhr

Prolog: 18.00 Uhr

Christkindlesmarkt Vol. 166Adressen:

Congress- und Tourismuszentrale Nürnberg

Postfach 42 48

D-90022 N ü r n b e r g

E-Mail-Adresse: tourismus@nuernberg.de

Hotelreservierungen: http://www.hotel.nuernberg.de

Christkindlesmarkt Nürnberg: http://www.christkindlesmarkt.de


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Man(n) und Frau zeigen wieder Mut zum Hut: Nach langen Jahren der Stagnation sehen die deutschen Hutproduzenten wieder Wachstumschancen.


Headwear Vol. 6„Der Teufel hole meinen Ruf!

Ein Einkommen brauche ich!

Eine Arbeit brauche ich!

Ich berste vor Neid, wenn ich eure Automobile und eure Landhäuser sehe.“

G. B. Shaw

„Der Arzt am Scheideweg“, 1

(Dr. Ridgeon)

P R O L O G

Headwear Vol. 4Man(n) und Frau zeigen wieder Mut zum Hut.

Nach langen Jahren der Stagnation sehen die deutschen Hutproduzenten wieder Wachstumschancen.

… seine Geschichte ist fast schon so alt wie die gesamte zivilisierte Menschheit. Immerhin war es ein ziemlich weiter Weg von den ägyptischen Königstüchern, den ersten zaghaften Kopfputzkreationen des Mittelalters bis hin zu den unausstehlich unmodischen Baseball Caps unserer Tage.

Bis kurz nach dem verheerenden Zweiten Weltkrieg, also bis in die frühen Fünfziger, feierte die klassische Kopfbedeckung mit Namen Hut ihre größten Erfolge. Kaum eine Dame, die auf sich etwas hielt, ging in jenen aufregenden Tagen des deutschen Wirtschaftswunders „oben ohne“ aus dem Haus,

Headwear Vol. 2Heute befindet sich die deutsche Hutindustrie wieder in einem leichten Aufwind, Fachleute sprechen sogar schon wieder von einer Renaissance des modischen Kleidungsstückes Hut – sicherlich auch deshalb, weil gerade junge Frauen wieder „oben mit“ gehen – und dies ausgerechnet mit dem klassischen Herren-Hut.

Vielleicht liegt es aber auch gerade daran, dass die deutschen Hut-Hersteller dem Standort Deutschland und seinen jungen motivierten Designern die Treue gehalten haben.

Selbstverständlich dürfen Sie Text und Fotos auch im Rahmen einer Anzeigen-Strecke verwenden. Die Fotos können Sie über mein Büro erhalten. Bitte rufen Sie uns einfach an.

E D I T O R I A L

Headwear Vol. 82Nürnberg. (gsn) – Sie sind jung, attraktiv, oft genug hinreißend schön, unabhängig und selbstbewusst. Mit den berühmten drei „K’s“ (Kinder, Kirche, Küche) haben sie nun wirklich nichts mehr am Hut. Sicher sind Männer – ein fester und durchaus erwünschter Bestandteil ihres Lebens – aber ein absolutes Muss „muss“ es eben nicht mehr sein. Ihre Zukunft meistern sie mit Charme und Intellektualität, einer guten Portion Selbstsicherheit und Durchsetzungsfähigkeit. Zur Not wird auch schon mal der Ellbogen eingesetzt – hin und wieder auch alle beide. Das zumindest haben sie von ihren männlichen Kollegen in den langen Jahren der Emanzipation gelernt.

Die Rede ist von den modernen Karrierefrauen dieser Tage.

Headwear Vol. 80Sie arbeiten als Mannequins und Models, sind in den zahlreichen Talkshows des öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehens als Moderatorinnen präsent und sind aus Redaktionsstuben von Print- und Werbemedien nicht mehr wegzudenken. Einige von ihnen kann man durchaus zur „Meinungsmacher-Elite“ dieses Landes zählen. Was die neidische und erstaunte Männerwelt Mitte der Achtziger vielleicht noch mehr oder weniger abfällig und neidisch als „Karriere scharfe Weiber“ abtat – ist ein heute fester – und durchaus liebenswürdiger Bestandteil – unseres Lebens.

Auf den Punkt gebracht heißt dies:

Headwear Vol. 78Die modernen jungen Frauen dieser Tage sind auf den Marsch durch die Institutionen – sie wollen an die Macht. Und dies kompromisslos.

Ebenso kompromisslos sind sie in Sachen Mode. Erlaubt ist was gefällt. Für die Einen sind die großen Designer-Namen aus Paris, Mailand, München und New York das absolute Nonplusultra – für die anderen eben nur Schall und Rauch. Bei den modernen jungen Frauen dieser Tage ist, im Gegensatz zur Politik, die neue Sachlichkeit schon längst eingezogen:

Headwear Vol. 76Auf Schnickschnack und Schnörkel kann getrost verzichtet werden, die jungen Frauen von heute wollen die Mode, die zu ihnen passt – sachlich, elegant, tragbar und figurbetont – die „neue Zeit“ eben. Gefragt sind gute Stoffe, edle Materialien und gute Verarbeitung. Und – Hersteller aufgepasst – es darf auch wieder etwas kosten. Dafür verzichten die jungen Ladies eben auf Quantität, allerdings sollten die edlen Stücke untereinander kombinierbar sein.

Auch hier machte eine Frau Furore und räumte ihren Geschlechtsgenossinnen zumindest in Sache Mode einige Steine aus dem Weg:

Die Hamburger Mode-Göttin Jill Sander.

Headwear Vol. 38Einst selbst Mitglied der schreibenden Zunft erkannte sie frühzeitig genug den Trend der Zeit und mit Glück, Ausdauer und dem richtigen „Händchen“ eroberte sie sich schon in relativ jungen Jahren ihren Platz im Olymp der Modezaren.

Fürs kleine Schwarze, mit tiefem Dekolletee, überhaupt die übertriebene feminine Linie ist im aufregenden zehn- oder Zwölfstunden Arbeitstag der Ladies ohnehin kein Platz mehr. Dies gilt erst recht fürs Leben zu Zweit:

Arbeitsteilung ist angesagt.

Und die großen Couturiers unserer Tage tragen dieser Entwicklung Rechnung:

Sie haben sie alle im Programm und sie können es kaum erwarten, ihre Klamotten, Verzeihung Kreationen, an die Frau zu bringen:

Headwear Vol. 36Die eleganten und figurbetonten Kostüme, die ihrer Trägerin fast wie eine zweite Haut anliegen und manch männlichem Gesprächspartner den Kopf verdrehen werden. Ganz zu schweigen von den betont „männlich-markant“ lässigen Hosenanzügen, die noch vor kurzer Zeit auf den Pariser Modeschauen für Furore sorgten – (Marlene Dietrich und Hildegard Knef in ihren jungen Jahren lassen grüßen) – und die dann manchmal zur erstaunten Frage Anlass geben werden, ist „Sie“ nun eine „Sie“ oder vielleicht ein doch besonders hübscher und gutaussehender „ER“?

Headwear Vol. 34Vor allem dann, wenn nun wirklich „ER“ ins Spiel kommt – nein nicht als charmantes und verführerisches männliches Wesen – als „Kopfbedeckung“, als „Hut“. Denn „oben ohne“ geht die moderne und aufgeschlossene Karrierefrau des Jahres 2017 nun wirklich nicht mehr.

Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, ob die dabei getragenen Kreationen so gewagt sind wie die des britischen Hochadels. Obwohl, wir Deutsche können dabei auch ganz gut mithalten -denken wir zum Beispiel nur an die prachtvollen Exemplare, welche die schleswig-holsteinische Ex-Ministerpräsidentin Heide Simonis so ab und an dem neugierigen Blick einer interessierten Öffentlichkeit preisgibt.

Headwear Vol. 28Die selbstbewusste Frau von heute trägt eben wieder Hut. Und warum sollte letzterer nicht aus „seiner“ Kollektion stammen? Erlaubt ist, was gefällt und auffällt. Mal ehrlich meine Herren, waren Sie auch nicht hin und her gerissen von der rassigen Stephanie Zimbalist in der TV-Reihe „Remington Steele“ an der Seite des späteren James-Bond-Darstellers Pierce Brosnan? Die Tochter des weltbekannten US-Schauspielers Ephraim Zimbalist Jr. spielte darin überaus erfolgreich eine charmante, aber mit allen Wassern gewaschene Privatdetektivin. Unvergessen sind bis heute ihre Auftritte mit Sonnenbrille, Trenchcoat und Uralt-Schlapphut – natürlich absolut cool und lässig über die Stirn gezogen.

Also, sehr verehrte Damen – zeigen Sie Mut und tragen Sie wieder Hut.

Headwear Vol. 26Allen Vätern, die mit einer heranwachsenden Tochter „gesegnet“ sind, sei es schon jetzt ins „Mode-Stammbuch“ geschrieben – vernagelt die Kleiderschränke und bringt Sakkos, Hemden, Krawatten und Hüte in Sicherheit – zumindest die besseren Stücke. Denn genau diese wird sich mit absoluter Sicherheit Ihr herzallerliebstes Töchterlein unter die lackierten Fingernägel reißen – und sie werden neidlos und völlig baff feststellen, dass diese Ihrem Sprössling besser stehen – als umgekehrt.

Headwear Vol. 24Dass die Sache mit dem Hut im wahrsten Sinne des Wortes kein alter Hut ist, beweisen – man könnte auch ironisch sagen, wieder einmal – die alten Ägypter. In der äußerst grauen Vorzeit, also etwa im Zeitraum von 75O – 2800 vor Christus, waren Hüte oder besser ausgedrückt „Kopfbedeckungen“ ausschließlich den hohen Herrschern, Priestern oder gar nur den Göttern vorbehalten. Das königliche Kopftuch, genannt „Nemes“ stammt aus der Zeit von etwa 1330 vor Christus und ist im Ägyptischen Museum in Kairo zu bewundern. Getragen hat es der legendäre Tutanchamun aus Theben.

Headwear Vol. 22Im späten Mittelalter, also um 16OO, trug der europäische Mann das Barett, welches je nach Region, Landesteil und Stand seines Trägers unterschiedlich gestaltet war. Die Herzdamen dieser Herren mussten sich dagegen mit schlichten Hauben begnügen. In England dominierte die sogenannte „Tudor-Haube“, während die Ladies in Frankreich und Italien schon eine Spur „revolutionärer“ waren:

Sie trugen ihre Haarpracht schon um 1500 offen und lediglich mit Bändern und Perlen verziert.

Im späten achtzehnten Jahrhundert durften dann auch die Damen hierzulande etwas „freier“ und vor allem „mutiger“ werden:

Headwear Vol. 20Von unserem Nachbarn Frankreich – woher auch sonst ist man versucht zu sagen – kamen die sogenannten „Watteau-Hüte“ herüber, flache Scheiben, die am Vorderkopf saßen. Und auch die englischen Ladies ließen sich nicht lange bitten:

Von der Insel schwappte der legendäre „Gainsborough-Hut“ herüber, eine breitkrempige Kreation aus Samt oder Taft und je nach dem Geldbeutel ihrer Trägerin mehr oder weniger aufwendig gearbeitet.

Ohne Hut ging der Mann der Welt zu Beginn unseres Jahrhunderts grundsätzlich nicht aus dem Haus. Der Filzhut feierte seine Triumphe. Bowler, Derby und Homburg werden vor allem den etwas „reiferen“ Damen und Herren unter unserer Leserschaft etwas sagen.

Headwear Vol. 18Bei den Damen waren die Hüte mit asymmetrisch aufgebogener Krempe en vogue. Es waren phantasievoll aufgeputzte Kreationen, die so manchen männlichen Verehrer an den Rand der puren Verzweiflung gebracht haben mögen – vor allem beim Versuch, die Herzallerliebste zu küssen. Immerhin waren diese extraordinären Werke der legendären Hutmacher dieser Zeit allesamt mit Schleier versehen …

Die „Goldenen Zwanziger“ dürfen wir keinesfalls übergehen, denn, so manch „reifer“ und schon erwähnter männlicher Leser würde glänzende Augen bekommen. Nur soviel:

Headwear Vol. 16Es war die Hoch-Zeit der deutschen und europäischen Hut-Mode. Topfhüte, aus Filz, Stroh und Velours bestimmten das Hut – Erscheinungsbild dieser aufregenden Jahre. Tief in die Stirn gezogen, ein Auge kess und verwegen halb be- und verdeckend, vielleicht steckte das liebreizende weibliche Wesen sogar noch in einem Hosenanzug a la Marlene Dietrich, den Mantelkragen lässig hochgeschlagen, als Krönung der Verruchtheit vielleicht noch eine ultra-lange Zigarettenspitze im grellrot geschminkten Mund – „Frau“ oder „Mann“ – wen hat dies in diesen wilden Zeiten des europäischen Aufbruchs schon interessiert?

Eine Katastrophe hatten die Protagonisten der „Golden Twenties“ schon hinter sich, von den neuen und dunklen Wolken, die am Firmament heraufzogen, wollten und konnten sie vielleicht auch noch nichts wissen.

Headwear Vol. 14Für kurze Zeit nach dem großen und entsetzlichen Crash, der Europa und die halbe Welt in Schutt und Asche legte, konnte sich der Hut noch einmal behaupten:

Für unsere Mütter und Großmütter war der Hut schlichtweg Pflicht. Die Dame der „Fünfziger“ ging einfach „oben ohne“ nicht aus dem trauten Haus. Selbst im Kino, in Gesellschaft und im Theater wurde der Kopfputz aufbehalten.

Im Zuge der großen „68-er Revolution“ war es dann mit dem Hut fürs erste vorbei und dies gilt ausnahmslos für beide Geschlechter. Neben Jeans und Turnschuhen machten nun die Arafat-Kopftücher Furore. Wie sich doch die Zeiten ändern:

Headwear Vol. 12Heute zählt der vor einigen Jahren verstorbene Yassir Arafat zu den Gründungsvätern des über viele Jahre so herbeigesehnten Palästinenser-Staates. Er hinterließ eine Ehefrau und eine inzwischen erwachsenen Tochter. Vielleicht erfährt diese junge Dame gelegentlich auch etwas von der „Mode-Karriere“ ihres berühmten Vaters. Und vielleicht wird sie dann ihrerseits mit einer revolutionären Mode-Idee den berühmten Vater noch übertreffen …?

Headwear Vol. 10Den Hut wird es jedenfalls immer geben. Vielleicht in einer anderen Mode-Form, was eigentlich auch so gut wie sicher ist – denn wir alle unterliegen der einen oder anderen „Mode“ – und dies ist auch gut so. Denn wo kämen wir schließlich hin, wenn wir alle den gleichen Geschmack hätten.

Es wäre ja (mit uns Deutschen) nun wirklich nicht auszuhalten.

Autorenvermerk:

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